15. Juni 2026, Mikolajki (Lötzen), Hafentag
Moni ist krank. Sie hat Probleme mit dem Magen. Magenkrämpfe und ihr ist schlecht. Das passt zum Wetter. Draußen Regen und wieder Regen. Moni bleibt liegen, ich mache mir ein kärgliches Frühstück… Tee und mehr nicht.
Dann hört der Regen auf. Ich gehe runter zum Steg, direkt unterhalb unseres Wohnmobils. Ich gehe ins Wasser, schwimme und mal die Haare waschen.Wieder frisch, schaue ich nach Moni, keine Besserung.
Gegen 11:00 Uhr mache ich mein Fahrrad flott. Moni bleibt im Wohnmobil… Krankenstation. Ich dagegen radle zur nahe Festung Boyen. Eine Festung aus dem vorletzten Jahrhundert, gebaut zwischen 1847 und 1855. Sie liegt zwischen dem Kissainsee, dem Mauerstein und dem Löwentinsee. Eine alte preußische Befestigungsanlage. Sie liegt auf einer strategisch wichtigen Landenge und ist benannt nach Preußens Kriegsminister Hermann von Boyen.
Also radle ich dorthin mit meinem neuen Fahrrad. Es sind nur 4 km, aber der Hintern tut mir weh. Der Sattel ist zu hart. Den muss ich wohl noch wechseln, wenn wir wieder zuhause sind. Auch stelle ich fest, dass ich steif und alt bin. Habe zwar keine Schwierigkeiten beim Aufsitzen, aber beim Absitzen bekomme ich das Bein nur schwer über den Sattel. Ich stelle den Sattel runter… na, ein bisschen hilft es.
Ich besichtige die Festung. Erinnert an die Festung in Swinemünde und an die Festungen in Königsberg, die ich 2018 besichtigt habe. Aber die Festung Boyen ist um vieles größer. Museumartiges gibt es kaum, eine Schmiede und ein Pferdestall. Ich habe mir mehr erhofft. Es gibt 3 Touren durch die Festung. Ich absolviere die kürzeste, das reicht dann auch.
Ich habe ein schweres Hungergefühl. Wegen Moni‘s Unpässlichkeit hatte ich ja morgens nur einen Tee. Also radle ich in den Ort Lötzen. An die Ostpreußischen Zeiten erinnert kaum etwas. Alles neupolnisch bebaut. Einzig das Militär, auch die Polen setzen die preußische Kultur fort. Im Ort eine riesige Kaserne, Woisko Polsko. Ein mechanisches Reparatur Regiment.
Über eine Zugbrücke überfahre ich einen Kanal, der von einem See zum anderen führt. Der Ort hat nicht viel zu bieten und wegen meines Hungers steure ich das erstbeste Restaurant an. Es ist 12:00 Uhr und ich esse Heringstatar und danach Piroggen mit Fleischfüllung.
Danach radle ich zurück zum Wohnmobil. Moni hat die ganze Zeit geschlafen und ich überrede sie noch eine kleine Runde zu spazieren. Dann ist der Tag schon gelaufen. Es regnet wieder und wieder. Moni legt sich wieder hin, ich vertreibe mir den Abend mit Essen und Fernsehen.





16.Juni 2026, Gyzicko – Angerburg, 27 km
Wir überlegen, wie weiter. Moni geht es immer noch schlecht. Fahren wir nach Hause? Fahren wir gleich zur Wolfsschanze? Oder fahren wir nach Angerburg?
Wir entscheiden uns, die Reise fortzusetzen und fahren nach Angerburg. Aber zuerst steuern wir eine Apotheke in Lötzen an. Für Moni kaufe ich einen Beutel voll mit Arznei. Moni muss wieder fit werden.
Dann fahren wir über Landstraße nach Angerburg. Ganz in der Nähe steuern wir einen hübschen Campingplatz an, Rusalka.
Und heute regnet es wenig oder kaum. Es scheint, das Tief ist nun am Ende. Wir stellen das Wohnmobil ab und machen einen langen Mittagsschlaf. Moni geht es schlecht und sie schläft.
Ich nutze das inzwischen schöne Wetter. Die Sonne scheint und ich baue die Campingmöbel und den Gasgrill auf. Ich entkorke einen guten Rotwein und grille ein leckeres Entrecote. Ich esse und locke auch Moni aus dem Wohnmobil. Sie isst ein Butterbrot. Moni legt sich wieder hin und ich nehme ein Bad im See.


17. Juni 2026, Angerburg – Rastenburg/Wolfsschanze, 30 km
Heute ist der 17.Juni, Tag des Volksaufstandes in der DDR. Wir fahren an diesem denkwürdigen Tag zur Wolfsschanze, Hitlers Führerhauptquartier.
Bevor wir 11:30 Uhr losfahren, füllen wir noch den Wassertank auf. Direkt neben dem Wasserhahn steht ein Deutscher Wohnwagen mit netten Leuten aus Leipzig. Wir kommen ins Gespräch. Auch die sind Rentner, 5 Jahre älter als wir und auf Polentour.
Also beginnen wir unsere fahrt Richtung Rastenburg. Die Fahrt ist kurz, schon 13:30 Uhr sind wir da. Wir bezahlen Eintritt und eine Parkgebühr. In einem Hotel auf dem Gelände der Wolfsschanze, darin war bis 1944 die Leibgarde Adolf Hitlers untergebracht, bezahlen wir den Stellplatz für die Nacht. Moni geht es immer noch nicht richtig gut, wohl schon besser aber… Sie legt sich nochmal hin.
15:00 Uhr beginnen wir unsere Rundtour durch die Wolfsschanze. Einen Plan habe ich im Hotel erhalten. Es ist eine Rundtour. Die beginnt am Hotel, Unterkunft der Leibgarde Hitlers. Weiter geht es am ehemaligen Gebäude des Sicherheitsdienstes SD vorbei. Weiter rechterhand geht es am Fundament der Beratungsbaracke vorbei in der das Attentat auf Hitler am 20.07.1944 um 12:42 Uhr begangen wurde. Direkt daneben der Gästebunker. Ein riesiger Betonblock der trotz der versuchten Sprengung durch die Wehrmacht beim Rückzug noch ziemlich als Block steht.
Auf unserem Weg kommen noch die Fundamentreste der Baracken vom Reichssicherheitsdienst und dem Stenografendienst. Wir lernen, das Hitler, seit dem es an der Ostfront nicht mehr richtig lief ein mistrauisches Verhältnis gegenüber seiner Generalität hatte. Um weiter Mißverständnisse in der Befehlskette zu vermeiden, wurde auf Geheiß Hiltlers jedes Gespräch und jede Besprechung stenografiert.
Unsere Wanderung führt uns weiter vorbei an den Resten des Fliegerabwehrschutzbunkers. Dahinter sieht man die Reste der Fundamente des Hauses von Bormann.
Und dann folgt Hitlers Bunker. Speziell für ihn errichtet, aber er hat wohl nur 12 Tage hier am Stück verbracht. Seit dem Attentat auf ihn hat er es dann vorgezogen in Berlin im Bunker der Staatskanzlei auf das Ende des zweiten Weltkrieges zu warten. In die Bunkerreste kann man von oben hineinschauen. Auch diesen Bunker hat die Wehrmacht beim Rückzug versucht zu sprengen. Der Beton und die Armierung waren wohl zu gut um den Bunker platt zu machen.
Weiter kommen wir vorbei an den Resten des Hauses vom Reichsmarschal Hermann Göring.
Auch der Chef der Hauptstreitkräfte, Feldmarschal Wilhelm Keitel hatte seinen Bunker.
Interessant war die Nachgestaltung der Baracke in der das Attentat auf Hitler stattgefunden hat. Tafeln informieren über die vielen Offiziere und Generäle die dabei eine Rolle spielten. %0 Generäle und Oberste wurden nach dem gescheiterten Putsch in Berlin Plötzensee hingerichtet. Die Familien vieler dieser Offiziere kamen in Sippenhaft.
Auf der Andern Straßenseite setzt sich das Gelände fort, da waren wir leider nicht. Dort sind die Bunker des Oberkomandos der Marine (OKM) und der Luftwaffe (OLW). Wie ich erst später gesehen habe gibt es auch einen Soldatenfriedhof. Leider haben wir den nicht besucht, hätte mich interessiert.
Am Abend laufe ich noch ein bisschen herum, schaue mir die verschiedenen geparkten Camper an. Einer läßt mich aufstoppen. Ein Cherson mit Britischem Kennzeichen. Mit dem Eigner aus der nähe von Birmingham habe ich dann ein nettes Gespräch. Er ist 74 und hat eine Zeit in Australien gelebt. So sprechen wir dann über Australien und Neuseeland. Wir haben ja schließlich auch Neuseelanderfahrung.






18. Juni 2026, Wolfsschanze (nahe Rastenburg) – Zywkowo, 120 km
Die Nacht über war es ruhig auf dem Platz vor der Wolfsschanze, obwohl um die 20 Camper haben hier über Nacht gestanden. Die Holländer nebenan haben bis spätabend gewirtschaftet, sagt mir Moni. Ich habe das nicht gehört. Als ich mich hingelegt hatte, habe ich sofort geschlafen.
Einzig die Spätankommer aus Leipzig haben ewig Unruhe gebracht.
Na nun ist die Wolfsschanze Vergangenheit. Wir fahren gegen 9:30 Uhr los. Erst mal geht es durch Rastenburg. Hier hatte Mousolini am 20.07.1944 warten müssen als er Hitler besuchen wollte. Das Treffen in der Wolfsschanze war für 13:00 Uhr geplant. Aber der Oberst Graf von Staufenberg hatte ja zur selben Zeit die Bombe unterm Beratungstisch in der Wolfsschanze gezündet. Also mußte der Duce bis 18:00 Uhr in seinem Panzerzug in Rastenburg warten.
In Rastenburg selbst machen wir nicht Halt. Rastenburg hat sicher genausowenig zu bieten, wie die anderen nun polnischen Städte zuvor. Also fahren wir weiter nach Nordosten Richtung russischer Grenze. Die ersten 30 km ist die Straße super, glatter Asphalt und relativ breit.
Unser Ziel ist Zywkowo, ein kleines Dorf direkt an der Grenze zum Oblast Kaliningrad. Hier steuern wir einen kleinen Stay-and-Park Parkplatz an den wir über die App Park4night gefunden haben. Die letzten knapp 5 km sind eine Toutour. Der Asphalt ist in eine Huckelpiste übergegangen. Unterwegs halten wir noch kurz an. Auf einer frisch gemähten Wiese stehen ca 20 Störche und sind auf Futtersuche. Moni fotografiert das Schauspiel.
11:00 Uhr sind wir da, ein kleiner idyllischer Platz mit einer Art Hexenhaus daneben. Wir werden empfangen von einer netten Midfünfzigerin. Sie spricht richtiges Englisch ohne Akzent, kein Schulenglisch. Burgoschata heißt sie. Sie ist Polin, lebt seit ihrem zwanzigsten Lebensjahr in Toronto in Kanada, ist aber jedes Jahr in ihrem Heimatdorf zu Besuch.
Die Welt ist klein: Ich erzähle ihr, dass unser Sohn in Kanada ganz in der Nähe in Brampton lebt.
Eine angeregte Unterhaltung folgt. Moni bekommt von ihr frische Pfefferminze zum Tee kochen. Soll gut für Moni‘s Magen sein.
Auf Empfehlung der Hausherrin machen wir einen Spaziergang ins Dorf. Es sind nur 10…15 Häuser. Aber wir zählen die dreifache Menge an besetzten Storchennestern. Von einem Turm beobachten wir sie und ob der Höhe des Turmes können wir in die Nester von oben schauen.
Wir studieren eine Tafel im Dorf. Dort wird Storchenstatistik gemacht. 2020 waren im Dorf 44 Storchenpaare und 75 Nachkommen. 2025 waren es 33 Paare und 30 Nachkommen. 2026 wurden im März dann nur 25 Storchenpaare gezählt. Die Nachkommen waren nicht vermerkt.
Die Hausherrin erklärt uns, dass das Frühjahr zu kalt war, die Störche zu zeitig kamen und die Eier gar erfrohren sind. Aber sie sagt auch, dass hier kein Klimawandel das Problem ist, sondern gab es schon immer gute und schlechte Jahre.
Zurück am Wohnmobil macht Moni ein Nickerchen und ich trinke ein Bier und schreibe. Und es nieselt draußen.
Wir warten auf die Burgoschata. Sie will mit uns zur Polnisch -Russischen Grenze wandern. Dafür braucht es eine Genehmigung von der Polnischen Grenzpolizei. Die holt sie ein.
15:00 Uhr ist der Nieselregen vorbei und wir machen die Wanderung zur nahegelegenen Polnisch-Russischen Grenze. Es sind nur 500 Meter bis zur Grenze. Auf dem Weg beobachten wir noch eine große Schaar Störche. Sie sind auf Futtersuche auf einer frischgemähten Wiese. Burgoschata erklärt uns, dass nur bis Ende Juni gemäht werden darf. Danach ist die Mahd verboten wegen der Bodenbrüter.
Eine alte Alleenstraße führt zur Grenze. Die Straße hat schon bessere Jahre gesehen. Sie rührt sicher noch aus alten deutschen Zeiten. Am Wege sind getarnte Kameras angebracht. Die Grenze selbst wird nur über Kameras überwacht. Grenzpolizisten sehen wir nicht. Bis direkt zum „Kanten“ gehen wir nicht, sehen den Schlagbaum und dahinter die Grenzbefestigung – Stacheldraht- der Russischen Föderation.
Auf dem Rückweg unterhalten wir uns über Politik. Burgoschata erzählt uns das sie die Entwicklung in Polen nicht versteht. Zu lange lebt sie in Kanada und kann nicht nachvollziehen wie negativ sich das Verhältnis zum Nachbarn entwickelt hat. Sie ist hier geboren und hat als Kind von den Russischen Grenzern Bonbons geschenkt bekommen.
Zurück am Wohnmobil baue ich den Gasgrill auf und brate ein leckeres Steak für mich. Moni bevorzugt wegen ihrer Magenprobleme eine Nudelsuppe. ich lasse den Abend beim Rotwein ausklingen, Moni trinkt Magentee.








19. Juni 2026, Zywkowo (Grenze RUS – PL) – Buczyniez am Oberländischen Kanal, 114 km
Den Morgen in Zywkowo genießen wir. Es ist strahlender Sonnenschein und wir frühstücken draußen. Es sind schon 20°C. Wir brauchen unsere eigenen Campingmöbel nich dazu, sitzen anstatt am Steintisch und den Bänken auf dem kleinen Campingplatz. Wir planen unsere Weiterfahrt. Wollen zuerst Halt machen in Lidzbark Warminski, auf Deutsch in Heilsberg. Weiter soll es gehen zum Oberländischen Kanal. Wir wollen sehen wie sich Schiffe über Land bewegen.
Gerten 10:00 Uhr kommt die Eignerin des Campingplatzes zu Verabschiedung. Bozena gibt uns noch Einblick in ihre selbstgefertigten Produkte. Wir kaufen Frischkäse und gealterten Käse aus eigener Produktion, sowie Holundersaft für Moni‘s Hugo. Außerdem bekommen wir noch Hagebutten Konfitüre für den Käse und einen bemalten Stein. Wir bezahlen unseren Stellplatz und verabreden uns für Dezember in Toronto.
11:00 Uhr endlich kommen wir los. Auf der Fahrt sehen wir noch unendlich viele Störche in Nestern und auf den Wiesen. 12:00 Uhr herum sind wir in Heilsberg. Schon von weitem haben wir den Dom und die Bischhofsburg gesehen. Und wir finden schnell einen Parkplatz für unser 7,70 Meter langes Landschiff, ist normalerweise nicht immer einfach.
Als erstes besichtigen wir die backsteingotische Stiftsbasilika St.Peter und Paul. Bis zum Ende des Krieges war dieser Dom evangelisch. Seitdem der Ort nun polnisch ist, ist die Kirche polnisch katholisch orthodox. Im Inneren der Basilika erinnert nichts, aber auch gar nichts an die deutsche Vergangenheit. Alle Tafeln und Schriften sind in Polnisch.
Weiter geht es Richtung der Bischofsburg. Auf dem Weg dahin nehmen wir noch einen Blick auf die Krasitzki – Orangerie. Die Warnlicht zu besuchen. Was wollen wir auch in einer Bibliothek, das ist sie nämlich heute.
Also führt uns der Weg in die Burg Heilsberg. Die ist gut erhalten. Während im zweiten Weltkrieg der Ort ziemlich zerstört wurde, der Bischofssitz blieb unversehrt. Die Burg wurde zwischen 1350 bis 1401 erbaut. Es ist ein toller Klinkerbau. Sie diente bis 1795 als Residenz der Ermländischen Bischöfe. Selbst Nikolaus Kopernikus wirkte hier von 1504 bis 1510 als Leibartzt seines Onkels, der hier Bischof war. In der Burg selbst ist eine sehr interessante Ausstellung untergebracht. Unser Besuch hier hat sich gelohnt. Viel haben wir gelernt über das Deutsche Ordensland, das sich einst erstreckte bis Narva, an der Grenze zwischen dem heutigen Republik Estland und der Russischen Föderation.
Bevor wir gegen 15:00 Uhr weiterfahren, macht Moni noch ein Nickerchen und dann gehen wir bei Lidl einkaufen.
Unsere Fahrt führt uns weiter in südlicher Richtung. Es ist nicht mehr weit, nur um die 80 km bis zum Oberländeischen Kanal. Wir stranden auf einem Campingplatz, direkt an einem Rollberg der Kanales. Gegen 17:00 Uhr sind wir auf dem schönen Campingplatz Buzcyniec.
Wir bauen uns auf, viel gibt es nicht zu tun. Ab jetzt schauen wir Schiffe im Fahrstul, die über Land gezogen werden. Morgen wollen auch wir so eine Schiffstour Land-Wasser-Land-Wasser machen. Ich hole die entsprechenden Erkundigungen ein. Hilfreich dabe ist das nette Gespräch mit den Wohnmobilnachbarn aus Stralsund.
Moni hat am Abend wieder kleine Probleme mit dem Magen/Darm Trakt. Sie geht zeitig schlafen. Ich sitze noch draußen bis 22:00 Uhr und denke bei Rotwein und Zigarre über das Leben nach.








20 Juni 2026, Campingplatz Buzcyniec, Oberländischen Kanal, 2h Bootsfahrt
Wir werden 8:00 Uhr wach. Ich ziehe mir schnell was über und laufe zum Bootsanleger am Rollberg des Oberländischen Kanals in Buzcyniec. Hier ist ein Büro für die Kanalfahrten. Und ich habe Glück, Mohne Reservierung ergattere ich zwei Tickets ab 12:10 Uhr. es ist eine kombinierte Fahrt, erst mit dem Bus weg von Buzcyniec und dann mit dem Schiff auf dem Kanal und über 3 Rollberge hinweg zurück nach Buzcyniec.
nachdem alles geklärt ist, können wir gemütlich frühstücken. Moni scheint es auch besser zu gehen und so essen wir gemeinsam.
Eine reichliche Stunde vor der Busabfahrt machen wir uns auf den Weg zum Kanalmuseum und lernen über den Kanal. Ein gut gemachter Film hilft uns beim Verstehen. Der Kanal heist heute auf Polnisch Kanal Elblaski und befindet sich im Oberland der heutigen Wojewodschaft Ermland-Masuren. Der deutsche Name Oberländischer Kanal st daher wohl besser angebracht und beschreibender. Wieder war es ein Deutscher der das Projekt vorantrieb und umsetzte: Es war der Königlich Preußische Baurat Georg Steenke aus Königsberg. Warum wieder ein Deutscher? Der Caledonian Canal und der Göterkanal haben ebenfalls Deutsche Architekten oder zumindest Co-Architekten. Aber das Deutschland technisch führend ist gehört wohl in der heutigen Zeit eher der Vergangenheit an.
Zurück zum Oberländischen Kanal selbst. Er verbindet mehrere Seen, die Städte Eylau, Osterode und Elbing über die frische Nehrung bis zur Ostsee. Der gesamte Oberländischen Kanal mit den Seen ist ca130 km lang. Der Teil Osterode bis Elbing mit dem der Kanal zumeist identifiziert wird ist 82 km lang. Die Besonderheit dieses Kanals sind die sogenannten Rollberge. Während andere Kanäle Schleusen und Schleusentreppen haben, hat der Oberländischen Kanal Rollberge. Die Schiffe werden über einen standseilähnlichen Seilzug den Berg heraufgezogen, da. Auf einen riesigen Eisenbahnwagon, der an einem Seil befestigt ist herauf über Land in den nächsten Kanalabschnitt gezogen. Und weiter besonders ist der Antrieb der Seile. Der erfolgt über Wasserkraft, über riesige Wasserräder und ohne Elektroenergie. Es wird lediglich Wasser aus den Flüssen und Kanälen umgeleitet auf diese Wasserräder. Das ist Energieumwandlung, eine tolle Ingenieurleistung.
Und wir machen eine Tour mit dem Schiff über 3 Rollberge. Der höchste Rollberg des Kanals ist unmittelbar neben unserem Wohnmobilstellplatz. Die Schiffe werden hier auf 100 Meter ü.d.M. Gerollt.- Unsere Tour dauert 2 Stunden und war sehr interessant und lehrreich.
15:00 Uhr sind wir wieder zurück am Wohnmobil. Jetzt gibt es erst mal kühles Bier. Inzwischen ist Sommer, wir haben es 28°C über Null! Gut, dass wir in unserem Landschiff eine Klimaanlage haben.
Den Rest des Tages beobachten wir den Schiffsverkehr auf dem Rollberg. Es gibt in Folie gegrillten Fisch und Wein. Heute Abend ist wieder ein Fußballspiel, mal sehen wie sich die Deutsche Mannschaft zeigt.
21.Juni 2026, Buzcyniec – Ab zur Ostseeküste, Dobistowa Camping, 86 km
Die Deutsche Nationalmanschaft hat 2:1 gegen die Elfenbeinküste gewonnen, geradeso.
Wir sind wegen des Spieles erst um Mitternacht ins Bett gekommen und konnten nicht schlafen, das Fußballspiel war wohl zu aufregend.
Und heute Morgen weckt uns ein Gewitter. Es kommt ein bisschen Abkühlung, die wir nach der Hitze gestern brauchen. Obwohl, unsere Klimaanlage und die Zwangsbelüftung arbeiten hervorragend.
Gegen 10:00 Uhr kommen wir los, unterhalten uns kurz vor unserer Abfahrt noch mit den Nachbarn aus Stralsuund. Die wollen heute dorthin, wo wir herkamen – an die russische Grenze.
Unser Ziel ist erst mal Elbling. Das ist nur 20 km entfernt. 11:00 Uhr sind wir schon da und finden den kostenlosen Parkplatz, den ich schon vorher über Google Maps ausgewählt habe…Gut, dass ich russisch einigermaßen beherrsche: bezplatno ist bezplatno! Der Parkplatz ist direkt am Museum, einem alten Backsteingebäude. Von hier sind es nur ein paar Schritte bis in die Altstadt.
Altstadt trifft es ja nicht ganz. Elbling wurde im zweiten Weltkrieg, als die Front näher kam durch schweren Artilleriebeschuß völlig zerstört. Alle alten Häuser die wir sehen sin neu aufgebaut, aber die Polen haben es mit Stil getan. Alles sieht aus wie eine alte Stadt. Nur ganz ganz wenige Häuser sind noch Original, einigen sieht man den Jugendstil an.
Wir besuchen die imposante Kirche St. Nikolaus. Wir müssen ein wenig warten bis die Sonntagsmesse endet. Die Zeit nutzen wir um an den Schautafeln die Geschichte der Kirche zu studieren. 1720 ist sie schon mal abgebrannt. Der Kirchturm noch aus Holz ist damals auf das Dach der Kirche gestürzt. Am Ende des zweiten Weltkrieges standen nach Beschuss und Brand nur noch das Stahlkerngerüst des Turmes und die Seitenwände des Kirchenschiffes.
Heute ist der Kirchturm imposant. Innen ist die Kirche eher schlicht.
Wir wandern durch die Altstadt und sehen noch eine andere Kirche, haben den Namen vergessen und dann suchen wir einen Bankomaten. Kreuz und quer gehen wir durch die Stadt und finden keinen. Erst mehrmalige Nachfrage bringen uns dann wieder 1000PLN Cash.
Die Mittagshitze ist unerträglich. Es sind schon 30°C. Da freue ich mich über ein Eis. Die Moni verzichtet immer noch auf solche Sachen ob ihres Magens.
Bei unserer Wanderung sehen wir große Backsteingebäude und Hallen. Daran steht verblichen ABB und später entdecken wir den Eingang zum GE-Gelände. Jetzt erinnere ich mich. Diese Turbinenfabrik war erst ABB, dann wurde sie übernommen von ALSTOM und am Ende ist sie GE. Die Dampfturbinen damals entwickelt von ABB waren der Abstieg von ALSTOM.
Gegen 13:00 Uhr entscheiden wir uns für den Rückzug zum Wohnmobil und beginnen unsere Fahrt nach Nordwesten zur Ostseeküste. 14:00 Uhr schon sind wir da, auf der Nehrung zwischen dem Stillen Haff und der Ostsee, der Danziger Bucht.
Wir trinken Kaffee, Moni mach ein Schläfchen und ich hole die Fahrräder aus der Garage, so nennt man den Gepäckraum des Wohnmobils.
15:00 Uhr beginnen wir unsere Fahrradtour zum vielleicht 1 km entfernten Ostseestrand und gehen baden, eine wohlverdiente Abkühlung bei 19°C Wassertemperatur.
Weiter radeln wir durch den Wald Richtung Nordwesten auf der Nehrung. Unser Ziel ist der Durchstich vom Stillen Haff zur Ostsee. Die Polen hatten ja mit dem Grenzverlauf von Elbing nur Zugang zur Ostsee über Baltisk/ Pilau und brauchten einen eigenen Zugang und das wurde der 2022 fertiggestellte Kanal Mirzei Wislanej mit seiner Schleuse und den zwei markanten Seebrücken. Als ich 2018 nach Königsberg und dem finnischen Meerbusen gesegelt bin gab es diesen Anlaufpunkt auf der Hälfte des Weges zwischen Danzig und Pilau noch nicht.
Unseren Rückweg zum Wohnmobil radeln wir dann auf der Landstraße. 18:00 Uhr sind wir zurück und freuen uns auf Erfrischung: ich Bier, Moni Saft.
Abendessen müssen wir im Wohnmobil, ein deftiges Gewitter mit abkühlenden Regen kommt und geht später. Beide sind wir fertig von der 12 km Fahrradtour und der Wärme







