Vorspann
Unsere Segelyacht, die All Right 2 haben wir im April verkauft. Leider, aber verkauft ist verkauft.
Unseren Freunden hatten wir aber versprochen nochmal zusammen zu segeln. Aber der Verkauf unserer Yacht ging so schnell. Und da hatten wir plötzlich kein Schiff mehr.
Unseren Freunden gegenüber wollten wir aber Wort halten. Also war der einzige Ausweg zu charten.
Das Schiff buchen wir bei Mola in Breege. Bavaria, 37 C, Baujahr 2023.
Tag 0, 22.05.2026
In Gustow
Unsere Freunde reisen bei uns am Nachmittag an. Es ist Freitag. Wir haben einen schönen Grillabend bei Sonnenwetter.
Tag 1, 23.05.2026
Gustow-Breege (mit dem Auto), Breege – Lohme, 32 nm
Nach einem fürstlichen Frühstück packen wir das Auto. Es sieht aus als ob wir 10 Wochen unterwegs sein werden. Na, wir müssen ja auch das Bettzeug mitnehmen. Wir ziehen auf ein Charterschiff. 10:00 Uhr fahren wir los mit dem Auto, bei schönstem Sonnenschein. Kurz vor 11:00 Uhr sind wir in Breege. Ich mache die Formalitäten mit Mola, ging alles problemlos. Dann gehen wir zur nahegelegenen Gaststätte und trinken ein Bier. Danach folgt die Einweisung am Schiff. Ist nicht einfach zu ertragen für mich und Moni, nachdem wir insgesammt fast durchgängig seit 1998 Bavaria gefahren sind. Wir stellen uns unwissend und beißen die Zähne zusammen.
Moni und Birgit räumen das Schiff ein. Wir, die Männer verziehen uns an Land und fahren das Auto zum Dauereparkplatz.
14:30 Uhr legen wir ab. Unter Maschine geht es bis Ausfahrt Hiddensee – Dranske. Hier rollen wir Groß und Genua aus. Es wäre Halbwind, wenn Wind wäre. Wir rollen die Segel wieder ein und tuckern unter Maschine.
17:30 sind wir vor Kap Arkona und fahren ab jetzt einen direkten Kurs bis Lohme.
19:15 Uhr haben wir angelegt, rückwärts am Steg.
Und wir trinken unseren erstem Anleger auf dieser Reise.



Tag 2, 24.05.2026
Lohme (D) – Ystad (S), 52 nm
Der frühe Vogel fängt den Wurm… wir sind schon zeitig wach. Das Wetter ist sommerlich schön. Wir frühstücken in der Plicht.
Pünktlich 8:00 Uhr legen wir ab, wie geplant. Mit Maschinenkraft geht es raus aus dem Hafen. Von Kraft der Maschine kann man nicht reden bei dem D2-30 von Volvo Penta, wenn man 19 Jahre auf dem eigenen Schiff einen D2-40 gefahren ist. Heist vom Vierzylinder zurück zum Dreizylinder. Nun müssen wir hochtourig fahren, um 5… 6 ktn ü.G zu machen.
Wir fahren also erst mal unter Maschine 5…6 Meilen, um aus der Bucht zwischen dem Kap und Lohme auf die offene Ostsee zu kommen.
Hier wird der Wind besser… jetzt 6…8 ktn. Wir setzen das Rollgroß. Ärmlicher Stoff von Elfström. Was für ein Unterschied zu unserer All Right 2. Und eine richtige Genua ist es auch nicht, eine große Fock besser. Muß auch sein denn diese neuen Bavarias fahren die Schotleinen für das Vorsegel schiffsseitig von den Wanten.
Schluß mit dem meckern. Der Wind geht auf 10…11 ktn und wir machen Fahrt, größer 5 ktn. Die Bavaria läuft.
Nach 2,5 h sind wir am Südostzipfel des Windparks ARCADIS OST 1. Ab hier müssen wir zwischen diesem Offshore Windpark und dem Windpark BALTIC EAGLE duch einen 2 Meilen breiten „Kanal“ nach Norden durch. 11:00 Uhr lassen wir den Offshore Wahnsinn hinter uns und sehen das inzwischen alle Windräder von ARCADIS OST 1 stehen. Die Anlage ist runtergeregelt weil im Netz kein Strom benötigt wird.
Die See ist nich sehr wellig und wir machen gute Fahrt, über 6 ktn.
Am Nachmittag nimmt der Wind immer mehr zu, 17…19 ktn. Wir fahren inzwischen 7 ktn ü.G. Moni sitzt unter Deck und da kommt die Ansage: reffen! Und wir reffen das Groß gefühlt auf Größe Reff 2. Der Ruderdruck und die Lage sind raus. Es segelt sich angenehmer. Inzwischen haben wir auch 22…23 ktn Wind. Wir fahren hoch ran.
Je näher wir an Schweden kommen, um so höher werden die Wellen. Die Welle kommt ziemlich aus West. Das Schiff rollt. Birgit, die in der Vorschiffskabine geschlafen hat kommt in die Plicht. Ihr ist gar nicht gut und später dann schmeckt sie das Essen ein zweites Mal.
Irgend wann, gegen 16:00 Uhr geht der Wind auf 12 ktn runter. Wir reffen aus. Nach nur 20 Minuten dann geht der Wind wieder auf 20 ktn hoch. Jetzt kommt der Anschiß von Moni. Wir müssen wieder reffen.
Auch Karsten ist es inzwischen nicht mehr ganz gut. Das Schiff rollt und rollt aber das Ziel ist nahe. Ystad ist in Sichtweite.
16:45 Ur bergen wir die Segel und es geht mit Maschinenkraft weiter bis in die Marina Ystad.
17:35 Uhr sind die Fender und Leinen ausgebracht. Kurz danach legen wir längsseits gegen den Wind an. Und es gibt den obligatorischen Anleger.
18:30 Uhr. Sitzen wir in der Sonne auf der Terasse des Marina Restaurants und essen lecker.
Moni, Karsten und Birgit verabschieden sich dann zum Stadtrundgang. Ich gehe 20:30 Uhr in die Koje.




Tag 3, 25.05.2026
Ystad (S)- Kasberga (S) – Hammerhavn / Bornholm(DK), 38 nm
Die Mannschaft schläft aus. Die Sonne lacht beim Frühstück in der Plicht. Wir besprechen den weitreren Plan. Wir müssen uns Reserve und Sicherheit schaffen, um sicher die Überfahrt zurück nach der Insel Rügen zu schaffen. Donnerstag planen wir die Rückreise nach Deutschland, denn das Schiff muss am Sonnabend wieder in Breege sein.
Also werden wir nach Hammerhus Haven auf Bornholm segeln und von dort zwei Wanderungen und eine Dampferfahrt nach Christiansö machen. Am Mittwoch wird Knatter sein, 6…7 bft. Diesem Problem werden wir mit unserem Segel/Wanderplan entgegenwirken.
Also legen wir 10:00 Uhr in Ystad ab und segeln bei raumen Wind, 15…22 ktn schwankend nur mit Vorsegel bis Kasberga. Hier legen wir 12:30 Uhr an. Erste Etappe unserer Tour heute.
Wir wandern hoch zur Steinsetzung und zurück und essen lecker Fisch in der Fischgaststätte und kaufen noch Fisch und Eier ein.
15:10 Uhr geht es weiter Richtung Hammerhus nach Bornholm. Der Wind blässst weiter mit 20 ktn. Mit Raumen Kurs geht es über das Bornholmsgatt. Wir segeln nur mit der großen Fock auf diesem Kurs.
17:20 Uhr fahen wir in das Verkehrstrennungsgebiet ein. 2 Schiffe kreuzen unsern Kurs Richtung west.
18:10 Uhr erreichen wir die Mitte der Verkehrstrennung. Es sind noch 11 Meilen bis Hammerhaven.
18:45 Uhr sind wir raus aus dem Trennungsgebiet.
Inzwischen wir die Welle immer höher. Wir schätzen 1,5… 2 Meter, ganz anders als im Windfinder angesagt. Es ist immer noch sonnig aber der Wind ist kalt.
19:45 Uhr bergen wir die Fock.
Kurz dannach haben wir angelegt. Im Hafen liegen wir längsseits, innen an der Mole.
Dann gibt es lecker Fisch und Schrimps, welche wir in Kasberga gekauft haben.
Dann stellen wir beim Aufwaschen des Geschirres fest, dass das Aufwaschwasser nicht abläuft. Mit einem Stück Schlauch von der Wasserversorgung im Hafen drücken wir die Abflußleitung ab. Dann geht es einigermasen. Eben ein Charterboot wo der Abfluß versottet ist. Morgen werden wir Rohrreiniger kaufen.
Den Abend beenden wir mit Knack Spiel bis fast 24:00 Uhr.











Tag 4, 26.05.2026
Wir bleiben in Hammerhaven, Ausflug auf Bornholm, 12 km Wanderung
Wieder lacht die Sonne und wir frühstücken in der Plicht. Es ist richtig sommerlich.
Gegen 10:00 Uhr wandern wir los, erst bergauf 40 Minuten bis zur Burgruine, Hammershus Slotruin. Hier waren wir das letzte Mal geschätzt vor 9 oder 10 Jahren.
Der Weg dahin geht immer bergauf an der felsigen Ostseeküste mit einem herrlichen Ausblick auf die See und runter auf unserem Hafen, Hammerhaven, wo wir unser Schiff zurückgelassen haben.
Wir besichtigen also die Burgruine und krönen das mit einem Bier im nahegelegenen Schloßcaffee.
Weiter wandern wir nach Allinge. Eigentlich wollten wir ja hinsegeln, aber die ungünstigen Winde und die Windstärke lassen uns hinwandern. Es geht durch Felder und Wald, vorbei an alten Steinbrüchen.
Irgendwann gegen 14:00 Uhr sind wir dann in Allinge. Ein schöner dänischer Ort.
Erst mal gehts in den schwarzen Netto. Wir kaufen den Rohrreiniger für den Abfluß des Aufwaschbeckens im Schiff.
Dann kehren wir ein, direkt am Hafen. Viele Male haben wir oder ich alleine schon hier mit unserer All Right 2 festgemacht und auch in dieser Gaststätte gesessen. Aber das ist Vergangenheit. Jetzt essen wir Smorebrod und trinken Bier aus Svaneke.
Zurück nach Hammerhaven wandern wir. Nochmal so 5 km. 17:00 Uhr sind wir auf unserem Schiff im Hafen.
Vor uns liegt ein Segler aus Stralsund. Und ein Taucher macht sich fertig zum Tauchgang. Die haben sich mit ihrer Segelyacht die Schotleine vom Code Zero in die Schraube eingefahren. Und die bekommen das Problem gelöst. Für mich ein bekanntes Problem, welches ich 2022 in Norwegen hatte.
Wir essen Eis, dann sind plötzlich alle müde.
Zu Abend gibt es eine riesen Portion Spaghetti und dann wird wieder Knack gespielt.




















Tag 5, 27.05.2026
Ausflug mit dem Dampfer von Gudhjem nach Christiansö und zurück, 25 km Busfahrt, 20 nm Schifffahrt, 4 km Wanderung
Wir haben uns ja wegen dem Wind und der Welle entschieden in Hammerhaven zu bleiben und anstelle zu Segeln, Ausflüge zu machen.
Also fahren wir mit dem Bus von Hammerhaven über Allinge, hier umsteigen nach Gudhjem. Von hier geht es 12:30 Uhr mit der M/S Ertholm nach Christiansö. Das gefällt unseren Freunden und der Moni auch. Eine Stunde dauert die Überfahrt.
Und dann laufen wir die beiden Inseln ab. Wir waren schon viele Male hier, Birgit und Karsten noch nie. Sie sind begeistert.
In der Gaststätte Gastgiveri gibt es noch ein Glas Bier. Der Wirt begrüßt uns persönlich. Er kennt mich seit 2018 und die Moini seit letztem Jahr. Er errinnert sich und fragt nach unserem Sohn, welcher letztes Jahr mit auf der Insel wr. Dann reden wir noch ein bischen. Er erzählt wie beschissen die Steuerpolitik in Dänemark ist, immer mehr Abgaben an den Staat beklagt er.
Drei Stunden sind wir auf den Erbseninseln. 16:30 Uhr geht es zurück nach Bornholm.
Mit dem Bus geht es bis Sandvig, von hier wandern wir zu Fuß zurück nach Hammerhaven.















Tag 6, 28.05.2026
Hammerhaven (DK)/Bornholm – Lohme (D) 62 nm
Wir haben eine lange Strecke vor uns und stehen schon 5:30 Uhr auf. 6:00Uhr ist das Frühstück angerichtet, Birgit und Karsten haben Hochzeitstag. Es gibt ein Glas Sekt zum Frühstück.
7:00 Uhr legen wir ab. Der Wind ist schwach, nur 5 ktn aus West. Segeln ist nicht. Die Maschine muß herhalten.
Gegen 8:00 Uhr ist ein bischen mehr Wind, wir probieren es und setzen die Segel. Groß und Vorsegel. Das Schiff kommt auf 3,5 ktn Fahrt ü.G. Zu langsam. Wir unterstützen mit Maschine. 5 ktn muß das Schiff mindestens laufen, ansonsten kommen wir nie an.
9:30 Uhr wir der Wind dann stärker, 9…10. ktn nur leider zu sehr von vorn. Den direkten Kurs Richtung Windpark Baltic Eagle können wir nicht halten, Müssen weiter südlich abfallen. Ziel ist jetzt der Windpark Ostwind 1. Den werden wir östlich umfahren. Bis dahin können wir 25 Meilen segeln.
12:50 Uhr sind wir am nordöstlichen Einde des Windparks Ostwind 1. Jetzt noch 3,5 Meilen dem Windpark entlang, dann sind wir am Südöstlichen Ende und vorbei. Jetzt können wir anluven Richtung Rügen. 10 Meilen nun noch segeln.
15:00 Uhr bergen wir die Segel und starten die Maschine. Wir verlassen unseren Südwestkurs und gehen auf einen direkten Westkurs Richtung Kreidefelsen. Noch 12 Meilen bis Lohme.
17:30 Uhr haben wir angelegt, wieder rückwärts auf unserem Platz vom letzten Sonntag.
Ich bezahle die Hafengebühr und bestelle Brötchen für morgen Früh.
Interessant am Hafen, das Schiff kostet für eine Nacht nur 15 € und der Strom nur 2,50 € aber wir bezahlen pro Person 4 € Kurtaxe.
Wir stoßen nochmal mit Birgit und Karsten auf deren 38. Hochzeitstag an. Dann gibt es Rindsrouladen mit Rotkraut und wir spielen wieder Knack bis zum Abwinken.




Tag 7, 29.05.2025
Lohmne (D) – Breege (D), 32 nm
Wir lassen den Tag langsam beginnen. Duschen und dann Frühstück in der Plicht mit frischen Brötchen vom Bäcker (Hafenmeister).
9:40 Uhr legen wir ab. Wind 2 bft aus westlicher Riuchtung. Die See ist glatt. Da wird nicht viel mit Segeln.
11:10 Uhr sind wir querab Kap Arkona. Karsten und Birgit steuern Abwechselnd das Schiff. Den wenigen Wind haben wir auf der Nase.
16:00 Uhr legen wir an der Molatanke in Breege an, tanken 45 ltr Diesel und dann fahren wir zum Anleger.
Draußen gewittert es. Wir sitzen unter Deck, essen Szegediner Gulasch und spielen das letzt Mal Knack auf diesem Schiff.

Tag 8, 30.05.2026
Breege (D)- und zurück nach Gustow
Schon zeitig sind wir fertig mit dem Zusammenräumen unserer Siebensachen. Noch ein gemeinsames Frühstück auf der gemieteten Segelyacht „Brit“ und Tschüß. Ich mache mit einem Mitarbeiter von Mola die Rückgabe und Moni, Birgit und Karsten packen das Auto. Rückfahrt und Ende einer Frühsommerreise.








Mal was ganz Anderes……anscheinend gehts auch so!Obwohl die Erinnerungen noch schmerzen….
Aber wenn IhrEuch erst mal an das Wohnmobil gewöhnt habt vergehen mit den neuen Anforderungen
Auch die Schmerzen!