24.08.2026, Montag, Zdiar, Weise Tatara, – Podelsok, Slovensky Rai, 58 km
Jetzt haben wir fast alle Gebirge in der Slowakei besucht. Es fehlen noch die West Tatra, die Velka Vatra und das Slovensky Raj – das Slowakische Paradies. Letzteres wollen wir uns vornehmen. Aber erst mal Frühstück auf dem großen geschotterten Parkplatz vor der Kulisse der Weisen Tatra, der Kalk Tatra. Hier in Zdiar sind wir ja nur durch den langgezogenen Ort gewandert, was auch schön war. Wir hätten aber noch ein, zwei Wege in der Weisen Tatra gehen können. Aber übertreiben mit den körperlichen Anstrengungen ist ja auch nicht gut, immerhin gehen wir auf die Siebzig zu.
Gegen 10:00 Uhr schaffen wir die Abfahrt endlich. Wir fahren auf der Route 66 nach Süden. Wir wollen Poprad umgehen. Beide lieben wir die großen Städte nicht. Obwohl Poprad hätte mich schon interessiert weil ich hier mit meinen Eltern viele Sommer gewesen bin als ich ein Schuljunge war. Wir hatten hier immer unsere Unterkunft bei der Frau Slotichak. Immer noch ist der Spiegel an der Wand des Hauses von der Frau Slotichak in Erinnerung. Da stand geschrieben: Pitje Popradske Pivo – Drinkt Poprader Bier. Das hat sich tief eingemeiselt in mein Gehirn.
Auch später zu Zeiten unseres Studiums war ich mit Moni hier gewesen und haben Bier getrunken.
Also, wir fahren an Poprad vorbei über Sisska Bela und Kezmarok. In Spisska Bela machen wir kurz Halt zum Einkaufen. Wie immer nicht leicht auf dem Supermarkt Parkplatz mit unseren 7,70 Metern.
Dann fahren wir zu, auf das Slowakische Paradies, ein Mittelgebirge bis maximal 1000 Meter hoch.
Gegen 12:00 Uhr sind wir in unserem Zielcamp, Autocamping Podlesok.
Sehr schön hier, wir finden einen ebenen, fast horizontalen Platz. Wir haben direkten Blick auf die Hohe Tatra. Schön anzusehen in der Nachmittagssonne.
Neben uns ein Camper und ein Zelt aus Sachsen Anhalt. Wir haben nette Unterhaltung.
Abends wird gegrillt auf dem Bordgrill. Feines Rind, Tomaten und Paprika und slowakischer Käse liegen auf und es schmeckt mit Wein und Bier.





25.08.2026, Dienstag, Zdiar, Podelsok, Slovensky Rai, Wanderung Sucha Bela, 10km
Wir lassen es langsam angehen. Es ist nicht warm heute morgen, so um die 15°C. Wir sind eben im Gebirge.
Gegen 10:00 Uhr wandern wir los in das Klamm, Suche Bela – Das Trockene Weise Tal? Wir beginnen eine Wanderung von Podlesok auf 650 M.ü.M zum Rumanova auf 927 M.ü.M.
Für die Klammwanderung muß man eine Touristenabgabe bezahlen. Wie hoch wissen wir nicht, bei uns war die in die Gebühr für den Campingplatz inkludiert.
Als wir loswandern ist wenig Betrieb. Am Eingang ist gar eine Ampel. Bei viel Betrieb steht die dann auf Rot. Bei uns war Grün. Und wir werden noch merken warum eine Ampel. Es geht Über Leitern Stege und Stiege an Ketten und Stahlseilen.
Wir folgen dem Flußbett. Es ist ziemlich trocken. Wenig Wasser kommt runter aber es ist trotzdem feucht und rutschig. Es geht stetig bergauf, am Anfang langsam, dann immer steiler.
Moni schlägt sich prächtig, trotz ihrer Höhenangst. Wichtig für sie, nicht nach unten schauen und ich darf sie nicht ansprechen.
Nach einer Stunde etwa treffen wir auf eine Warteschlange. Plötzlich ist mehr Betrieb. Es geht 20 Meter und mehrere Leitern hoch und hier staut es sich. Als wir dran sind hochzuklettern schauen wir nach hinten, eine riesige Schlange Wanderer hat sich gebildet.
Es ist weiter spannend im Klamm hochzuklettern und auf den Stegen und Stiegen zu balancieren. Rechts und links und unten das weise Gestein, Dolomit und Kalkstein… Karbonatgesteine.
Nach 3,5 Stunden sind wir oben auf 927 Metern. Es war anstrengend und wir sind völlig durchgeschwitzt. Wir überlegen welchen Weg wir runter in das Tal nehmen. Es gibt einen Gelben Weg auf den Kamm, welcher dann auf einen Roten Weg ins Tal mündet. Der erscheint schwieriger.
Wir nehmen den einfacheren auf einem Forstweg, welcher später auf einen Pfad runter in das Tal nach Podlesok mündet. 16:15 Uhr sind wir am Camp.
Hoch haben wir 3,5 Stunden gebraucht, runter waren es nur knapp 1,5 Stunden.
Am Eingang zum Camp ist eine nette Gaststätte. Eigentlich wollten wir erst zum WoMo und duschen und dann in die Gaststätte. Wir kehren aber gleich ein in die Gaststätte, Restaurace.
Ich esse Forelle, Moni hat sich für Lammgulasch entschieden. Und als wir gesättigt sind fällt das Aufstehen schwer. Die Anstrengung des Tages spüren wir.
Wir schleppen uns zurück zum Wohnmobil und gehen erst mal duschen, das tut Not. Dann sitzen wir vor unserem Camper und warten bis es immer kühler wird. Und dann ist Feierabend.













26.08.2026, Mittwoch, Zdiar, Podelsok, Slovensky Rai – Oravsky Hrad, Oravsky Podzamok 125 km
Heute ist Burgbesichtigung angesagt. Es soll an den Fluß Orava gehen. Wir fahren Richtung Poprad zurück, umfahren die Stadt und dann geht es auf der Autobahn D1 nach Südwesten. Erst sehen wir die Hohe Tatra vor uns durch die Frontscheibe. Auf der Autobahn dann haben wir die Hohe und die West Tatra rechts, an der linken Seite sehen wir die Niedere Tatra. Es ist schönes Sommerwetter, keine Wolken am Himmel, eine super Sicht.
Kurz vor Ruzomberok ist die Autobahn zu Ende. Es fehlt noch ein Stück Autobahnabschnitt, aber der scheint schon fertig gebaut zu sein, ist aber noch nicht eröffnet. Durch Ruzomberok sind wir auf dieser Reise schon in die andere Richtung gefahren. Und auch diesmal staut sich der Verkehr. Ruzomberok ist gezeichnet durch eine riesige Papierfabrik. Und hinter der Fabrik sehen wir die riesigen Stapel Baumstämme. Holz haben die Slowaken genug, da macht Papierproduktion Sinn.
Hinter Ruzomberok geht es auf der Europastraße nach Norden Richtung Polen/Krakau. Aber da wollen wir nicht hin. Unser Ziel liegt am Fluß Orava. Ein Bergfluß auf den man Floß fahren kann und Rafting inn ist, wenn Wasser genug da ist.
14:00 Uhr sind wir am Ziel auf einem großen Parkplatz unterhalb der Burg, Oravsky Hrad, die Arwaburg. Sie erhebt sich hoch über uns auf einem Felsen. Die wollen wir besichtigen und bis morgen hier bleiben.
Doch erst mal haben wir ein Problem. Der Gasantrieb für unseren Kühlschrank springt nicht an. Die Piezozündung kommt nicht. Was ist das? Na, wir lassen den Kühlschrank weiter über die Bordbatterie laufen und gehen erst mal auf Burgtour.
Es geht steil hoch zum unteren Tor der Burg. Hier werden wir nach unserem Tickets gefragt. Wir haben keine. Und werden belehrt: die müsse man unten im Ort kaufen. Ich habe einen dicken Hals, den hatte ich schon wegen dem Kühlschrank. Und nun noch das, der Hals wird immer dicker.
Moni bleibt vor dem Tor sitzen und ich bewege mich wieder runter in den Ort, um Tickets zu kaufen. Dann laufe ich wieder schwitzend den steil ansteigenden Weg zur Burg hoch. Endlich können wir die Burgbesichtigung beginnen.
Die Burg fand erste schriftliche Erwähnung im Jahre 1267. Die Burg ist imposant. Gewöhnlich werden Burgen in die Breite auf einem Berg gebaut. Unsere Burg hier ist an einen Felsen geschmiegt in vielen Etagen nach oben errichtet. Auf Slowakisch heißt die Burg Oravsky Hrad, was soviel heißt wie Oravaer Burg. Der alte deutsch Name ist wohl Arwaburg. aber das interessiert wohl heute keinen mehr. Ein Graf Franz Thurzo und seine Familie spiele hier seit dem 15. Jahrhundert die Rolle der Eigner.
Wir schauen uns also die Burg an, jede Etage ist ein Museum der besonderen Art. Die unteren zwei drei Etagen sind dem alten Burgleben und dem frühen und späten Mittelalter gewidmet. Alte Möbel und Gemälde sehen wir, Ritterrüstungen und Kostüme. Alles mutet ein bisschen Ungarisch an. Stammbäume hängen an der Wand. Namen wie Esterhaghi tauchen auf. Es riecht nach K und K Österreich/Ungarn.
Eine der Etagen kümmert sich um die Natur, Flora und Fauna in der Mala Fatra bis hin zur Tatra. Eine andere Etage beschreibt die Geologie der Region.
Und dann, weiter oben kommt Kunst. Es ist ein bisschen entartete Kunst. Wir haben so etwas schon in Tschechien, Chesky Krumlov, gesehen. Na wir würden uns solche Bilder und Skulpturen nicht an die Wand unseres Hauses hängen oder in den Raum stellen… De gustibus non est disputandum!
Erwähnenswert ist noch unser Besuch in der kleinen Kapelle St. Michael in der Burg und die Sakristei und die Gruft der Familie des Grafen Thurzo.
Irgendwann, gegen 16:00 Uhr sind wir durch mit der Burg. Wir müssen die vielen Stufen und Etagen wieder runter.
Gleich unten, unterhalb der Burg gibt es einige Restaurants. Wir schauen uns zwei, drei an und entscheiden uns für das erste. Hier wird slowakische Musik gespielt, nicht live aber immerhin. da schmeckt das Bier und der Wein und dazu gibt es slowakisches Essen, wieder was mit Sauerkraut.
Wir wandern zurück zum Parkplatz. Es ist 18:00 Uhr und der Platz ist verwaist. Alle Touristen sind abgefahren. Unser Wohnmobil steht alleine in der Mitte. Wir haben beschlossen hier zu bleiben, bis morgen für die Parkgebühr von 10€.
Und plötzlich ist mit dem Kühlschrank auch wieder alles gut. Diesmal dreht Moni den dazugehörigen Gashahn auf und macht den Kühlschrank kurz Stromlos auf Null. Dann schaltet sie den Kühlschrank auf Gasantrieb und schon zündet der.
Vom Parkplatz können wir in Richtung Burg noch einige schöne Fotos machen und dann schauen wir die Lügennachrichten der Tagesschau und machen auch bald Feierabend.










27.08.2026, Donnerstag, Oravsky Hrad, Oravsky Podzamok – Turecka, Velka Fatra, 75 km
Die ganze Nacht hat es wohl geregnet. Das sagt zumindest Moni, ich habe nichts gehört und geschlafen. Draußen ist es noch feucht, dennoch, die Sonne scheint schon. Unsere Solarpanele speisen schon in das Bordnetz, Ladestrom ist schon bei 2 Ampere. Da freut sich das Elektrikerherz.
Nach dem Frühstück geht es heute weiter in die Velka Fatra. Moni hat einen Platz an einem kleinen See rausgesucht. Auf der Fahrt dorthin werden wir an einem Skigebiet vorbeikommen. Da geht ein Sessellift hoch auf den Kamm der Velka Fatra. Von der Bergstation wollen wir morgen eine Kammwanderung zum Berg Zvolen machen.
Doch zunächst fahren wir erst mal wieder durch Ruzomberok. Kurz nach dem Ortsausgang generiert Moni die Idee in ein Dorf zu fahren, welches zum UNESCO Welterbe gehört. Vlkolinec heißt das Dorf, eine erhaltene ursprüngliche slowakische Siedlung mit alten Holzhäusern. Der Weg zum Dorf zweigt von unserer Straße nach rechts in die Berge ab. Der asphaltierte Weg wird immer schmaler und geht in steilen Serpentinen hoch in die Berge. Die Straße ist wirklich schmal. Wir fragen uns, was wird bei Gegenverkehr. Mit unserer Schiffslänge ist schwer zu manövrieren. Aber wir kommen ohne Gegenverkehr hoch, Gott sei Dank! Und, weil wir zeitig dran sind, finden wir einen Parkplatz.
Und es hat sich gelohnt. Wir finden das, was ich mir eigentlich schon in Zdiar erhofft hatte, alte slowakische Häuser, alles Blockhäuser mit Holzschindeln gedeckt. Wir laufen das Dorf ab. Außer uns ist hier noch eine deutsche Reisegruppe von Studioso Reisen unterwegs. Alles mittelalte und alte Leute. Um Gottes Willen, mit einer geführten Reisegruppe würden wir uns nie identifizieren können.
Also das Dorf ist beeindruckend, die Wohnhäuser kann man teilweise innen ansehen. Wir schauen in die alte Schule rein, es war ein Einklassenbetrieb. Wir haben einen Blick in die Kirche und auf den Friedhof. Übrigens Kirche und Schule waren die einzigen Steinhäuser.
Beeindruckt hat uns das kleine Gebäude der freiwilligen Feuerwehr, Dobrovolny Hasicsky Zbor, von 1932. Da dachten wir gleich an die Idiotie bei uns zu Hause. Jede Gemeinde auf der Insel Rügen hat eine Freiwillige Feuerwehr mit Löschhaus und Löschzug… das sollte für nahegelegenen Gemeinden zusammengefasst werden und da könnte Geld für die Merzens und ihre Führerriege gespart werden. Unsere kleine Gemeinde Gustow hat gerade einen neuen Löschzug für 500.000€ angeschafft, welch ein Nonsens.
Nach einem Apfelstrudel und Cappuccino im Dorfrestaurant treten wir den Rückweg nach unten in das Tal an. Wie schon beschrieben, die Straße ist schmal und führt nun steil nach unten. Wir haben vier Entgegenkommer… auf Englisch heißt das Challenge!
Unsere Fahrt geht nun weiter hoch auf dem Kamm der Velka Fatra. Die Straße ist breit und gut ausgebaut. Es ist die Straße Richtung Banska Bystrica, eine Europastraße. 12:15 Uhr sind wir oben auf dem Pass in Donovaly. Hier geht die Seilbahn hoch auf den Kamm. Das schauen wir uns kurz an und dann fahren wir auf der anderen Seite Richtung Norden den Berg runter ins Tal. Von hier an, der Ort heißt Turecka, geht es eine Nebenstraße den Berg wieder hoch nach Salasky, einer Waldlichtung mit anschließendem kleinen See. Hier stehen schon zwei Zelte von Wanderern und jetzt steht noch unser HYMER hier.
Wir gehen baden und bereiten das Lagerfeuer für den Abend vor. Hier bleiben wir bis morgen. Es ist wunderschön.


















28.08.2026, Freitagtag, Turecka, Velka Fatra – Donovaly,Velka Fatra, 17 km, Wanderung zum Zvolen 8 km
Wir haben einen schönen Platz in der Nacht gehabt. Das Baden am kleinen See war super erfrischend, das Wurstegrillen am Lagerfeuer war perfekt. Dennoch, Moni beklagt, dass in der Nacht noch einige Autos hier hoch auf den entlegenen Platz gekommen sind, die Leute kleine Zelte aufgebaut, dann Lagerfeuer entfacht und Slowakische Lieder gesungen haben. Und Vollmond war auch noch! Moni hatte beim Schlafen da ihre Probleme. Ich schlief fest und habe das alles nicht mitbekommen.
Moni hat den Grund für die nächtlichen Störungen eruiert. In der Slowakai ist am Sonnabend Nationalfeiertag und da kommt für die Slowaken ein verlängertes Wochenende zustande, welches offenbar die jungen Slowaken für Camping und Wanderausflüge nutzen.
Aber der Morgen ist wunderschön und wir frühstücken. Wir machen das heute drin in unserem Wohnmobil, hatten wir das Campingmobilar ja schon gestern am Abend verpackt.
Wir fahren schon 9:30 Uhr los. Unser Ziel ist heute eine Wanderung zum Zvolen auf dem Kamm der Velka Fatra. Erst mal müssen wir aber wieder die schmale serpentinenreiche Straße, oder besser Forstweg wieder hinunter. Zwei Entgegenkommer haben wir. Das waren knappe Manöver aber mit Geduld und langsam kommen wir immer aneinander vorbei.
Von Turecka geht die Europastraße wieder hoch zum Pass in Donovaly, genau entgegengesetzt, wie wir Gestern runter nach Turecka gefahren sind. Unser Sechszylinder Mercedes Diesel zieht die Steigung hoch wie nichts. Ich glaube wir haben uns beim Kauf unseres Hymer für die richtige Maschine auf dem Sprinter- Chassis entschieden. Es macht Spaß das Schiff zu fahren.
Donovaly ist ein prächtiges Skigebiet mit Hotels, Appartmenthäusern und Skiliften in der Kammgegend der Velka Fatra. Unser Ziel ist der Parkplatz am Sessellift zum Zvolen hoch. Der Sessellift nennt sich Telemix, ein Achter Sessel mit Gondeln dazwischen. Wir kaufen uns Tickets für Senioren und fahren hoch. Wir wollen es rentnergerecht!
Der Sessellift endet nicht ganz auf dem Zwolen Gipfel, aber auf dem Kamm. Die Gipfelstation Nova Hola ist auf 1380 Metern. Wir wandern als erstes zum Zvolen, den höchsten Berg der Velka Fatra, 1402 Meter. Das ist nicht weit von der Bergstation des Sesselliftes entfernt.
Es ist wunderschönes Wetter mit weiter Sicht auf die Berge der Mala Fatra, der Niederen Tatra und sogar der Hohen Tatra. Wir genießen die Aussicht und erinnern uns. Die Velka Fatra, wie auch die Mala Fatra gestern, sind Ausläufer der Niederen Tatra. Moni meint, unsere Kammwanderung über die Niedere Tatra haben wir wohl vor 50 Jahren in Donovaly begonnen. Genau wissen wir das nicht mehr. Auch mir kommen Donovaly und der Berg Zvolen auch bekannt vor. Ich glaube auch als ich mit meinem Freund Wolle hier mit Rucksack gewandert bin, haben wir hier begonnen. Wir beschließen unsere alten Aufzeichnungen nach unserer Rückkehr nach Hause zu befragen.
Unsere Wanderung geht weiter vom Zvolen, das ist wohl der Große Zvolen, zum Kleinen Zvolen. Das ist nur eine reichliche Stunde Wanderung auf einem Seitenkamm, moderat und seniorenfreundlich. Die Kämme der Mala Fatra sind alle rund und nicht bewaldet. Grass wächst hier hoch wie Getreide und es wachsen Blumen und verblühte riesige Disteln dazwischen. Die Aussicht ist grandios.
Am Kleinen Zvolen, Maly Zvolen, auf 1372 Metern kommen wir 12:20 Uhr an. Wir genießen die Aussicht bei einer langen Pause und essen unsere mitgebrachten Brote. Moni trinkt Wasser, ich habe eine Büchse Bier dabei.
Irgendwann treten wir den Rückweg zum Lift an. Wir gehen zwar den selben Weg wie hinzu, aber wir sehen alles anders herum und es ist wieder interessant. 13:30 Uhr schon sind wir wieder an der Bergstation des Telemix Sesselliftes. Wir fahren runter nach Donovaly. Es war eine kurze Wanderung. Moni ermittelt über den Schrittzähler im Smartphone: es waren 7 km.
Und die Moni hat oberhalb Donovaly an einer kleinen Bergstraße einen hübschen wilden Stellplatz ausgemacht. Da fahren wir hin, parken unser Wohnmobil. Und lassen alle Viere gerade sein. Wir haben einen wunderbaren Ausblick auf den Ort Donovaly und sehen den Zvolen, wo wir heute oben waren.
Wir essen Eis aus unserem Tiefkühlschrank und trinken Eiskaffee dazu. Am Abend braten wir Bratwürste auf unserem Bordgrill und kommen mit Schweizern vom Nachbarcamper ins Gespräch. Mit denen, Urs und Conny, sitzen wir bis in die Dunkelheit bei Bier und Wein und haben eine nette Unterhaltung über das Leben, das Reisen mit dem Wohnmobil und wie soll es auch anders sein, auch über Politik.










29.08.2026, Sonnabend, Donovaly,Velka Fatra – Trencin, 185 km
Auch der heutige Sonnabendmorgen beginnt mit Sonnenschein. Gleich früh ein herrlicher Blick auf den Berg Zvolen und den Ort Donovaly. Wir beginnen unsere Morgengeschäfte, heißt Frühstück und dann das Schiff reisefertig machen. Und wir verabschieden uns von unseren Schweizer Nachbarn. Wir geben denen gleich noch ein paar Prospekte und Empfehlungen für ihre Weiterreise mit. Sie sind auf dem „Gegenkurs“ und werden sich das anschauen, was wir schon gesehen haben.
9:30 Uhr sind wir soweit und fahren los. Es geht auf der Europastraße den Berg runter Richtung Banska Bystrica. Dahin ist es nicht weit. Heute ist der Nationalfeiertag der Slowakei, es wird der slowakische Nationalaufstand von 1944 gefeiert. Banska Bystrica war das Zentrum dieses Aufstandes gegen die Deutsche Besatzung und die Tschechoslowakischen Kollaborateure.
Schon 10:30 Uhr fahren wir in Banska Bystrica ein.
Wir haben uns einen Plan gemacht, für das Parken nahe dem Zentrum und dem Nationalmuseum. Aber der Plan geht nicht auf. Wir haben die Zielkoordinaten unseres Parkplatzes in die Navigationssysteme eingegeben, doch Polizisten und Absperrungen sind im Wege. Die Polizei ist freundlich und zeigt uns auf der Karte eine andere Parkmöglichkeit an einem Kaufland Supermarkt. Aber den zu finden kostet mehrere Anläufe. Überall Absperrungen rund um das Zentrum wegen dem Nationalfeiertag.
Endlich finden wir einen Platz in einer Nebenstraße am Straßenrand. Wir ziehen uns um, machen uns schick für unseren Stadtbesuch am Nationalfeiertag. Über uns Lärm von Jagdflugzeugen, eine Fliegerstaffel überfliegt im Tiefflug das Zentrum. Die Slowakische Armee zeigt was sie noch hat. Es waren wohl die letzten verbliebenen MIG’s, welche offenbar nicht an die Ukraine verschenkt worden sind. Der Ministerpräsident Fico hat ja diesen Unsinn immer wieder angemahnt, da war es aber schon zu spät. Die Vorgängerregierung und Steigbügelhalter der Flintenuschi in Brüssel hatten da aber schon das letzte Tafelsilber verschenkt.
Als wir nun loswandern sehen wir am Himmel eine Hubschrauberstaffel. Fallschirmspringer springen ab und entrollen die Slowakische Fahne… beeindruckend. Über Nebenstraßen kommen wir dem Zentrum nahe. Die Häuser rechts und links sehen aus wie Stalinbauden. Alles Sechziger Jahre, die Bäume dazwischen sind inzwischen hochgewachsen. Das paßt nicht so recht.
Und wir kommen ran an das Gelände hinter dem Nationalmuseum auf der Altstadt abgewandten Seite. Massen an Menschen! Und die NATO zeigt ihre Stärke. Militärfahrzeuge, Panzerhaubitzen, ein Flugabwehrsystem, alles ausgestellt, um die Leute zu beeindrucken. Auch ausländische Soldaten sind hier, Spanier, Tschechen… wir lernen, die Slowakei ist Teil einer internationalen Brigade. Also die Leute stehen hier an Kontrolltoren an und wollen auf das Festgelände. Alle müssen durch die Metalldedektoren durch. Wir umgehen das Ganze und versuchen uns einen Weg hintenherum zu bahnen. Es gelingt uns, aber dann stehen wir wieder vor einer Absperrung. Ich frage Polizisten, wie wir zum Museum kommen. Die wissen es nicht, sind abkommandiert von einem anderen Ort. Aber sie helfen uns und winken uns ohne Taschenkontrolle und ohne Metall- detektoren in den inneren Kreis. jetzt können wir auf die Tribüne schauen. Der Präsident der Slowakei hält eine Videoansprache und dann tanzen die Frauen Slowakische Tänze in Nationaltrachten. Aber zum Museum schaffen wir es nicht. Wir „brechen aus“, aus dem Bannkreis und sehen von außerhalb die Ausstellung alten gepanzerten Kriegsgerätes. Auch ein Deutscher Panzer steht hier noch. Wir schließen unser Gedenken und die Kriegserinnerungen ab mit einen Blick auf ein nachgestelltes Partisanenlager.
Wir entschließen uns in die Altstadt zu wandern, die ist nicht weit. Das Museum vergessen wir,
kommen zum Mestsky Hrad und bestaunen die alte Kirche. leider ist die Tür verschlossen. Über Nebenstraßen, die einiges an Renovierung gebrauchen könnten, kommen wir zum Außenbüro des Präsidenten der Republik. Normal hat der seinen Sitz in Bratislava, aber er hat wohl hier eine „Nebenwohnung“. Und dann gelangen wir auf die Fußgängerzone der Altstadt. In unsere Augen sticht der Obelisk in der Mitte, der an die Sieger des letzten großen Krieges erinnert. Auf Russisch steht geschrieben: „Hier sind die gefallenen Soldaten der Roten Armee begraben, die Toten der tapferen Kämpfer für die Freiheit und Unabhängigkeit der Sowjetunion und die Wiederbelebung der Tschechoslowakischen Republik“. Mich beeindruckt, das das Denkmal noch steht, bei der Russo-Phobie der mit den Muskeln spielenden Europäer. Aber offenbar haben die Slowaken noch Anstand und negieren die Geschichte nicht.
In der Nähe des Glockenturmes, Hodinova Veza, trinken wir Cappuccino und lassen uns die Mittagssonne auf die Nase scheinen. Wir entschließen uns die Besichtigung von Banska Bistrica zu beenden und wandern Richtung Wohnmobil zurück. Am Ende kommen wir doch noch am Nationalmuseum vorbei. Massen an Leuten stehen davor Schlange. Hinein gehen wir nun nicht mehr, aber ich erhasche noch ein Foto.
Wir fahren Richtung Trencin, Autobahn und Europastraßen. Wir fahren in einem Ritt durch, die verbleibenden 150 km. Es geht durch niedriges bewaldetes Mittelgebirge. Ab und zu sehen wir Hinweise auf Bergbau. Was die hier abgebaut haben müssen wir später mal recherchieren, oder auch nicht. Wir kommen Trencin näher und sehen schon von weitem die Burg hoch über der Stadt. 15:45 Uhr erreichen wir unseren Campingplatz auf einer Insel inmitten des Flusses Waag.
Wir bauen uns auf und gehen im nahegelegenen Pub essen. Es gibt gegrillte Schweinerippchen und ich labe mich noch mal am slowakischen Bier. Bald geht es ja weiter nach Tschechien.












30.08.2026, Sonntag, Trencin, Motocamp, Stadtwanderung, 7 km
Heute ist Sonntag, der letzte Tag der fünften Woche unserer Reise. Wir lassen es langsam angehen. Moni schläft noch hinter dem Vorhang zu unserem „Schlafzimmer“. Ich studiere Karten und schreibe an meinen Annalen. Na irgendwann wird auch die Moni wach und es gibt Frühstück. Wieder mal sind es Spiegeleier, gebratener Speck und Tomaten von unserem Bordgrill. Der hat sich richtig bewährt. Wäre ich noch jung, hätte ich die Lösung als Patent angemeldet, dann hätte ich 17 mit denen, die ich als junger Ingenieur angemeldet habe. Macht aber auch keinen Sinn, solange das nur Anmeldungen sind bringen die kein Geld und kosten nur.
Wir machen uns kurz nach 10 Uhr fertig zur Burg- und Stadtbesichtigung. Es ist schon wieder warm, ja heiß… so 27°C. Da schwitzen wir schon vom Denken an die bevorstehende Wanderung.
Und doch, wir ziehen los. Es sind 20 Minuten bis in das alte Stadtzentrum von Trencin. Von hier gehen 3 steile Wege hoch zur Burg. Der zu überwindende Höhenunterschied ist bei allen drei Wegen gleich. Wir entscheiden uns den Weg über die Ulica Marca Aurelia zu nehmen. Wir fragen uns warum die Straße nach dem Römischen Kaiser benannt ist. Die Antwort bekommen wir später, oben auf der Burg.
Oben angekommen erfahren wir einiges über die Geschichte. Die Burg Trencin, oder deutsch Trenschin, oder slowakisch Trenciansky Hrad, wurde im 11. Jahrhundert auf einem Felsen erbaut. Um die Burg hat sich eine Stadt entwickelt. Es war eine königliche Burg, die eine wichtige Rolle im ungarischen Königreich spielte. Die Burg wurde im laufe der Jahre baulich und architektonisch vervollkommnet. Wichtig im Länderstreit zwischen Polen und Ungarn war der Vertrag von Trentschin, welcher 1335 auf der Burg unterzeichnet wurde.
Wir wandern durch die Burg, heißt wir steigen Stufen. Irgendwann sehen wir im Burggraben Reiterspiele. Zuerst sieht es Mittelalterlich aus aber dann kommen Osmanische Reiter und wir fragen uns was das soll. Die Antwort ist einfach, bis hierher kamen die Osmanen bis 1535 im Kampf um ihre Vorherrschaft. Aber von hier wurden sie zurückgeschlagen.
In einer weiteren Abteilung lernen wir über das Römische Reich. Hier am Fluß Waag und an der Donau verlief einst die nördliche Grenze des Römischen Reiches. Der Grenzverlauf wird auch als Slawischer Limes bezeichnet. Das erklärt spätestens die Namensgebung für die Straße, welche wir hochwärts genommen haben.
Die Burg, dass muß an dieser Stelle angemerkt werden ist ein Schmuckstück und das was noch nicht so super ist, befindet sich derzeit in Restauration. Aber heute ist Sonntag und da wird nicht gebaut.
Wir kehren wieder zurück, runter nach Trenchin. Diesmal nehmen wir einen anderen von den drei Wegen. Wir kommen unten raus, an der Piaristenkirche St Franz Xaver. Eine Jesuitenkirche, die 1653-57 erbaut wurde. Leider ist die Kirche geschlossen, aber über ein Fenster am Eingang erhaschen wir einen Blick in das Innere.
Links von der Kirche ist der Uhrenturm und wir wandern ein paar Gassen weiter und stehen vor der Synagoge. Die sieht von außen aus wie die Hagia Sophia in Istanbul, nur eben kleiner. Die Synagoge wurde 1912-1913 erbaut. An der ganzen Synagoge sind außen keine Hebräischen Schriftzeichen und auch kein Davidstern zu sehen. Hinein können wir nicht, auch die Synagoge ist zu.
Wir spazieren auf dem Mierove Namestie auf und ab. Es ist eine schöne Fußgängerzone. Wir machen dann erst mal Pause in einem Straßencafe: Aperol für Moni, ein Bierchen für mich.
Wir spazieren weiter, aber lange halten wir nicht mehr durch. Irgendwann gegen 15:00 Uhr ist der Hunger da und wir kehren ein in ein Brauereirestaurant. Wir essen und trinken vorzüglich und dann geht es zurück zum Camper. Wir haben genug gesehen.
Den Rest des Nachmittages müssen wir uns ausruhen. Das späte Mittagsschläfchen ist dann 1,5 Stunden lang, damit ist der Rest des Tages geschafft.





















