10.08.2026, Montag, Knizeci Rybnik – Brno und bis hinter Brno, 160 km
Den Tag beginnen wir mit einem Bad im See, sehr erfrischend. Wieder kommt der Bordgrill zum Einsatz. Ich brate Spiegeleier.
11:00 Uhr fahren wir los, auf der Fernverkehrsstraße 19 geht es Richtung Havlickuv Brod bis zur Autobahn D1, die Prag und Brno, Brünn, verbindet.
Unterwegs rufe ich Radim an. Den kenne ich von meiner Segelreise 2022 nach Norwegen. Wir verabreden uns für ein Treffen in Brünn.
12:30 Uhr fahren wir auf die Autobahn auf und nach weiteren anderthalb Stunden erreichen wir die Abfahrt nach Brünn. Moni hat einen Parkplatz am Hotel International ausgewählt. Wir navigieren durch Brünn, hin zum Hotel. Der Parkplatz ist direkt unterhalb der Burg Spilberk.
Auf dem Parkplatz soll es 4 Stellplätze für große Wohnmobile geben. Die enge Einfahrt durch die Schranke ist eine echte Herausforderung für mich und die 7,70 Meter unseres Schiffes. Moni weist mich ein. Auch dann, einen Platz zu finden für unsere Länge, ist nicht einfach, aber gelingt am Ende.
Wir wandern zur Burg hoch. Es ist wieder richtig heiß, 35°C. Oben angekommen flüchten wir uns gleich in das Burgrestaurant. Hier ist es schön kühl. Da schmeckt das Bier und das Essen. Wir sind kaum fertig mit dem Essen, da kommt Radim. Wir trinken ein weiteres Bier zusammen, unterhalten uns und beginnen dann unsere geführte Tour durch Brünn.
Von der Burg haben wir einen tollen Blick auf Brünn und wir können uns orientieren, wo die Altstadt ist. Und da wandern wir jetzt hin.
Als erstes schauen wir in die spätgotische katholische Kirche St. Jakob rein. Weiter geht es über den Namesti Svoboda, den Freiheitsplatz. Hier gibt es die Säule des Heiligen Sebastian zu sehen und eine eigenartige Uhr. Es ist die Brünner Astronomische Uhr. Die einen sagen patronenförmig, die anderen, sie sehe aus wie ein schwarzer Penis. Wie auch immer, sie soll an den Sieg über die schwedischen Belagerer im 17. Jahrhundert erinnern. Ich wusste gar nicht, dass die Schweden bis hierher gekommen waren… Ich dachte, in Leipzig war Schluss.
An einem Bierhaus machen wir halt. Durst haben wir alle drei. Ich trinke aber ein alkoholfreies Bier wegen unserer Weiterfahrt. Trotzdem gibt es ein schönes Foto zusammen.
Weiter verweilen wir vor dem alten Rathaus, Stara Radnice. Da ist draußen das Wappen der Habsburger dran und darüber Figuren, gekrönt von fünf Türmchen. Der mittlere Turm ist krumm, und man sagt, der Turm ist vom Architekten aus lauter Wut krumm gemacht worden, weil er von den Auftraggebern nicht bezahlt wurde. Aber insgesamt ein toller Rathausturm.
Im Durchgang durch den Rathausturm hängt ein Krokodil an der Decke. Das ist der sogenannte Brünner Drachen, ein ausgestopftes Nil-Krokodil, welches Brünn einst um 1608 vom Ungarischen König Mathias II. geschenkt bekam.
Unseren Stadtrundgang beenden wir an und in der Kathedrale der Heiligen Petr und Pavel.
Mit dem Radim kehren wir zum Parkplatz am Hotel International zurück und verabschieden uns.
Wir steigen in unser Wohnmobil und fahren einige Kilometer raus aus Brünn. Moni hat im kleinen Ort Holubice einen Parkplatz ausgemacht, auf dem wir über Nacht stehen können. In Holubice angekommen, finden wir einen Dorfgasthof, ein typisch tschechisches Restaurant. Ich esse sauer eingelegte Wurst zum Bier und Moni in Rapsöl eingelegten Käse zum Wein.










11.08.2026, Dienstag, Brno – Varin, Mala Fatra, 185 km
Ich bin schon relativ zeitig wach. Unser Parkplatz, auf dem wir genächtigt haben, war zwar über Nacht ruhig, aber am Morgen hat man dann doch die nahe vorbeiführende Eisenbahnlinie gespürt. Ein Zug folgte dem nächsten. Auch glaube ich, die nahe Autobahn gehört zu haben. Sicher hing das auch damit zusammen, dass wir die ganze Nacht alle Fenster offen hatten, um mit der Wärme irgendwie klarzukommen.
Aber zeitiges Aufstehen ist auch gut, da kommen wir zeitig weg. 9:00 Uhr rollen wir los, fahren aber doch noch mal in den kleinen Ort Holubice und besuchen den Potravini, den Lebensmittelladen und füllen unsere Bestände auf.
Wir fahren auf die Autobahn D1 in Richtung Olomouc, Olmitz, und dann weiter Richtung Zilin. Moni sitzt heute am Steuer. Die Autobahn hier in Tschechien ist in einem Top-Zustand. Das letzte Stück Autobahn bis Zilin ist gar nicht in unseren elektronischen Karten enthalten, scheint gerade erst in Betrieb gegangen zu sein. Unterwegs müssen wir tanken an der Autobahn. Der Preisunterschied zwischen Autobahntankstelle und sonstigen Tankstellen ist hier in Tschechien nicht so exorbitant wie in Deutschland. Ab Zilin geht es bergig weiter über die Landstraße bis zur slowakischen Grenze. Die überfahren wir kurz nach 12:00 Uhr im kleinen Örtchen Javornik. Die Staatsgrenze ist kaum zu merken, nur das Schild Statni Hranice zeigt, dass wir jetzt in der Slowakei sind und ab jetzt wird die Straße echt schlecht. Die Gegend hier scheint vergessen.
Moni ist die Straße zu eng. Sie überlässt mir das Ruder. Wir müssen nicht weit fahren, nur eine halbe Stunde, dann erreichen wir die slowakische Autobahn D1. Zuvor bemühen wir uns noch an einer Tankstelle in Nemsova um eine Mautvignette für die Slowakei. Aber erst mal Fehlanzeige, die kauft man entweder im Internet oder an Tankstellen an der Autobahn, also nächster Versuch dann an einer Autobahntankstelle und mit Erfolg. Für 30 Tage 17 €, das ist wesentlich billiger als in Tschechien. Dafür ist aber der Zustand der Autobahn auch schlechter als in Tschechien.
Wir fahren jetzt nach Nordosten bis Zilina. Vor uns sehen wir die bewaldeten Berge der Mala Fatra. Unterwegs, rechts und links bis Zilina, drei Zementwerke. Und wir sehen auch, warum: In den Bergen ein riesiger Steinbruch, wo Kalk abgebaut wird. In Zilina verlassen wir die Autobahn kurz nach 13:00 Uhr und brauchen dann nur noch 10 km bis zu unserem Campingplatz Varin. Der liegt direkt an dem kleinen Fluss Varinka, welcher unweit in die Vah mündet.
Der Campingplatz Varin ist groß, aber nicht toll belegt. Wir finden einen schönen Platz, direkt neben einer Feuerstelle. Wir entschließen uns, hier zwei Nächte zu bleiben und auszuruhen.
Am Nachmittag spalte ich Holz für den Abend. Axt und Spaltaxt haben wir dabei. Und dann sitzen wir am Abend am Lagerfeuer, essen leckeren Linsensalat und braten uns dazu über dem Feuer Krakenwürste. Später gesellen sich noch Campernachbarn aus Böblingen zu uns, Hans-Peter und Ute. Wir sitzen bis 22:00 Uhr und schwatzen.



12.08.2026, Mittwoch, Campingplatz Varin, Ruhetag, keine Kilometer
Letzte Nacht konnten wir super schlafen. Wir sind in den Bergen und das merkt man. Nachts hatte es sich bis auf 9°C runtergekühlt. Das tut richtig gut nach all der Hitze die letzten Tage.
Wir haben uns entschlossen, heute mal gar nichts zu machen, einfach ausruhen, das geht auch.
Nach unserem langen Frühstück verabschieden wir uns von den Nachbarn aus Böblingen. Sie überlassen uns die Wanderkarte von der Mala Fatra. Das mit der Wanderkarte ist sehr gut, da wir dummerweise alle unsere Wanderkarten von früheren Reisen in die Slowakei zu Hause gelassen haben.
Moni macht „große“ Wäsche und ich mache nichts, lese ein bisschen, fülle den Wassertank auf und warte auf das Mittagessen und den Abend am Feuer.
13.08.2026, Donnerstag, Varin – Mala Fatra, nahe Krivan, 20 km Auto, 17km Wandern
Echt zeitig stehen wir auf. Auf 7:00 Uhr haben wir den Wecker gestellt, heute ist Wandertag. Es soll zum Krivan rauf gehen, ein Berg, 1709 Meter hoch. Übrigens dieser Krivan darf nicht mit dem in der Westtatra verwechselt werden.
Kurz nach 8:00 Uhr fahren wir los. Leider arbeitet mein InReach-Minni nicht. Habe Probleme mit dem Ladekabel oder dem kleinen Akku drin. Das muss untersucht werden. Jetzt erst mal können wir den Weg über Terchowa zur Talstation der Seilbahn Vratna nicht aufzeichnen. Aber wir kommen dennoch an und finden für 10 € einen Tagesparkplatz direkt an der Seilbahnstation.
Die Tickets für die Gondelbahn bis hoch zum Snidlovske Sedlo kosten ganz schön. Die einfache Fahrt für Senioren 21 €. Wir wundern uns und schauen erst mal auf den Aushang der Preisliste. Hin und zurück, also hoch und runter, hätte es 22 € gekostet, und gegenüber dem gewöhnlichen Erwachsenen haben wir als Senioren auch nur 2 € gespart… verrückt. Auf jeden Fall fahren wir mit der Gondelbahn hoch. Es ist eine alte Bahn von Doppelmeyer, Baujahr 2005, steht in der 8er Gondel. Ist wohl Second Hand und hat früher in Österreich oder der Schweiz gegondelt. Ich erinnere mich, auch als ich noch in Kasachstan, Georgien und Tadschikistan unterwegs war, habe ich solche wiederaufgebauten Secondhand-Anlagen gesehen.
Sei es wie es sei, wir sind kurz nach 10:00 Uhr schon oben auf dem Snilovske Sedlo, auf 1524 Metern. Das war eine riesige Krafteinsparung auf den rund 800 Metern Höhenunterschied. Die Kraft brauchen wir alten Leute jetzt für die restliche Wanderung.
Erst mal geht es jetzt auf dem roten Weg zum Velky Krivan. Der ist 1709 Meter hoch und wir sind 11:00 Uhr schon oben, aber das erste Mal fertig. Viele Leute sind hier hoch gewandert. Es ist wie ein Wallfahrtsort. Wir haben eine super Sicht. Auf der einen Seite die Hohe Tatra, weiter im Uhrzeigersinn die Niedere Tatra und die Velka Fatra, und dann sieht man Zilina. Ein Leichtflugzeug umkreist den Berggipfel. Wir sehen den Piloten und den Passagier.
Dann steigen wir wieder ab zum Snilovske Sedlo und weiter geht es auf dem Roten Weg zum Berg Chleb, der ist 1647 Meter hoch. Hier verweilen wir und essen Würstchen. Es ist gegen 12:00 Uhr, der Hunger hat sich breitgemacht. Die Aussicht ist hier wie auf dem Krivan. Aber obwohl die Sonne mit aller Kraft ballert, weht hier oben ein Berglüftchen und wir müssen die Pullover überziehen.
Wir wandern also auf dem Kamm der Kleinen Fatra mit der Ausnahme des nächsten Berges. Hromove heißt der und wir schneiden den Gipfel über einen fast horizontalen Bypass.
Es ist jetzt 13:00 Uhr und wir hoffen auf den Gelben Weg, der runter in das Tal zum Ausgangspunkt führt. Aber wir müssen auf dem Kamm weiter und noch über den Berg Steny. Hier machen wir nochmal Pause.
14:00 Uhr etwa beginnen wir den Abstieg vom Sattel Poludnovy Grun, 1460 m.ü.d.M. Der ist beschwerlich. Die erste halbe Stunde geht es in engen Serpentinen am Hang runter. Wir schätzen die Hangneigung auf 45°. Dann erreichen wir das obere Ende einer Skipiste. Ein Schlepplift endet hier. Und jetzt wird es richtig unangenehm für die Füße. Es gibt keinen Weg mehr. Die Skipiste ist jetzt gemähte steile Wiese und wir müssen runter. Es ist zwar nicht mehr so steil, aber einen Abhang ohne Weg runterlaufen, die Zehen stoßen an die Bergstiefelspitzen an. Eine halbe Stunde müssen wir das durchstehen, dann erreichen wir eine Baude, die Chata nad Gruni, auf 970 Metern ü.d.M. Wir haben 500 Höhenmeter überwunden und in der Baude gibt es ein Bier, wunderbar.
Nach der Pause in der Baude wandern wir weiter in das Tal zur Chata Vratna, dem Ausgangspunkt unserer heutigen Wanderung. Von hier geht es mit dem WoMo ein paar km abwärts bis nach Vratna, einem Skiresort mit einigen Skilifts. Hier finden wir einen großen geschotterten Parkplatz, direkt am kleinen Bach Varinka. Wir bleiben hier für die Nacht stehen. Moni kocht Spaghetti. Im Bett des Baches hat irgendwer einen kleinen Damm gebaut. Dahinter hat sich eine Art Badewanne gebildet. Wir begeben uns in ein erfrischendes Bad im kalten Wasser und sind so fertig von der Wanderung, dass wir schon um 20:00 Uhr im Bett liegen.














14.08.2026, Freitag, Vratna – Biely Potok (Mala Fatra) – Camp Pristav Borova nahe Liptovsky Hradok (Niedere Tatra), 85 km Autofahrt und 8 km Wanderung
Die Sonne lacht auch heute. Wir wollen eine Klammwanderung machen. Nach dem Frühstück fahren wir aber zuerst ein paar Kilometer nach Terchova. Hier kaufen wir im Supermarkt ein: Bier, Brot, Käse, Milch, Gemüse und Wein. Interessant: Im Supermarkt gibt es Ruski Standard Vodka. Leider nur noch eine Flasche, aber die nehmen wir mit.
Weiter geht es nach Biely Potok, auch dahin nur wenige Kilometer. Von hier aus beginnt der Wanderweg im Klamm. Die Herausforderung ist, einen Parkplatz zu finden für unsere 7,70 Meter. An mehreren Stellen scheitern wir, drehen um und suchen weiter. Wir sind schon kurz davor aufzugeben, aber da hat sich eine passende Lücke aufgetan und wir parken unser WoMo und ziehen die Wanderstiefel an. Wobei, Moni bevorzugt heute Wandersandalen. Sie hat sich gestern beim Abstieg Blasen am Fuß zugezogen.
Wir wandern los, folgen dem Strom der Wanderer. Am Hotel Diery (Diery heißt Loch), finden wir den Einstieg. Wir folgen dem blauen Weg durch das Klamm Dolne Diery. Das ist noch einfach. Der Weg geht am Bach entlang. Dann folgen Felseinschnitte und der Weg wird immer beschwerlicher. Über Stege und Leitern geht es durch das Bett des Baches. Kleinere Wasserfälle überwinden wir über Leitern.
Richtig beschwerlich wird es im Abschnitt Horne Diery. Es geht über Baumwurzeln und weiter im Bachbett. Und es geht immer weiter aufwärts. Moni hat eigentlich immer wieder Höhenangst, aber sie steht auch das Schwierigste durch. Es gibt ohnehin kein Zurück.
Irgendwann treffen wir auf einen grünmarkierten Weg. Von hier an geht es zurück. Weg vom Bach auf einem Kletterpfad am Berghang im Hochwald. Erst mal geht es weiter bergauf, bis dann endlich so etwas wie der Abstieg beginnt.
Gegen 13:00 Uhr erreichen wir die Baude Podziar. Hier gibt es ein kleines Bier und für Moni eine Kofola, eine Slovakische Kola. Dann steigen wir ab zum Ausgangspunkt. Angekommen am Hotel Diery, 14:00 Uhr, sind wir hungrig und essen slowakische Piroggen mit Fleisch- und Käsefüllung, darauf Kraut und gebratener Speck. Lecker, aber viel zu viel.
Zurück am WoMo treten wir unsere Fahrt Richtung Liptovsky Mikulas an. Wir wollen am dortigen Stausee übernachten. Gegen 16:30 Uhr erreichen wir den ausgewählten Platz am Südufer. Aber wir kommen nicht richtig auf die ausgesuchte Strandwiese. Zu viel Betrieb hier. Wir kehren um und fahren zum Nordufer auf einen Campingplatz. Auch hier alles überfüllt. Nur mit Anmeldung wäre noch ein Platz zu haben. Auch hier machen wir kehrt, fahren jetzt Richtung Niedere Tatra. Es sind nur 10 km bis zum Autocamping Pistav Borova, nahe Liptovsky Hradok.
Es ist inzwischen 18:00 Uhr, als wir das Camp erreichen. Und wir haben gut gewählt. Ein schöner Platz am Wald und einem kleinen Fluss. Und es gibt ein kleines Restaurant. Wir stellen unser WoMo an einen schönen Platz und nehmen in dem Restaurant erst mal Bier und Wein.
Es sind wenig Leute hier im Camp, aber vor jedem Zelt, Wohnwagen oder Wohnmobil ist eine Feuerstelle. Und wir erfahren an der Rezeption, dass das Feuerholz in den 25 € für Stellplatz, 2 Personen und Strom auch inklusive ist. Also hacke ich Holz, Moni stellt unsere Feuerstelle auf und dann machen wir Feuer und grillen Würste am Stock und dazu gibt es leckeren süßsauren Krautsalat und Brot. Wir trinken Slovakischen Rose Wein und beobachten die Sterne.
















15.08.2026, Sonnabend, Camp Bristav Borova, nahe Liptovsky Hradok, keine km, Wanderung 10 km
Es ist wieder wunderschönes Sommerwetter. Auch heute brauchen wir über unseren Frühstückstisch die Markise. Die hat sich inzwischen vielfach bewährt. Auch der Bordgrill ist wieder im Einsatz: Spiegeleier, gebratener Bauchspeck und Tomatenscheiben. Wir verbringen den Vormittag im Camp.
Das Bezahlen des Verlängerungstages funktioniert mit der Kreditkarte nicht. Ich nehme das Fahrrad und fahre in den nahegelegenen Ort Liptovsky Hradok. Der Geldautomat spuckt mir Euro aus und nach einer halben Stunde bin ich zurück, bezahle die offene Rechnung und trinke noch schnell ein Mittagsbier.
Moni hat die Wanderklamotten bereitgelegt und wir bereiten uns für die kleine Wanderung nach Liptovsky Jan vor. 13:00 Uhr ist Abmarsch. Erst geht es über eine Hängebrücke über den Fluss Waag und dann flussabwärts im Wald. Nach einer halben Stunde bewundern wir eine Staumauer mit einer Umfahrung für Kanus und Schlauchboote. Rafting ist hier beliebt. Die Umfahrung ist aber zugleich eine Fischtreppe, für die Fische flussaufwärts zum Laichen.
Dann geht es ein ganzes Stück bergauf am Waldrand entlang. Wir haben eine tolle Sicht auf die Mala Fatra, die Westtatra, die hohe Tatra und weit im Osten können wir die Weiße Tatra erahnen. Ein tolles Panorama von unserem Standpunkt auf der Nordseite der Ausläufer der Niederen Tatra.
Gegen 14:30 Uhr erreichen wir Liptovsky Jan, einen hübschen kleinen Ort mit zwei Kirchen, einer katholischen und einer evangelischen. Wir erkunden den Ort. Zuerst gehen wir in die kleine katholische Kirche, Svaty Jana Krstitela. In Englisch steht dran St. John the Baptist, keine Ahnung ob das wohl die richtige Übersetzung ist. Die Kirche ist innen wunderschön mit einer viel zu kleinen Orgel nur. Es steht geschrieben, dass die Rekonstruktion der Kirche 2023 abgeschlossen wurde.
Wir schauen daneben in eine kleine Mineralienausstellung, welche in einer alten Schmiede eingerichtet ist.
Weiter geht es die wohl einzige Dorfstraße entlang. Auffällig, fast alle Häuser sind restauriert. Imposant ist das Kastiel Nyarovsky Spilberk. Das Kastiel hat nichts mit Burg zu tun. Vielmehr steht es für Herrenhaus. Im 14. und 15. Jahrhundert haben hier viele reiche und einflussreiche Leute gewohnt. An einem solchen Herrenhaus steht geschrieben, dass da wohl einst der wichtigste Mann am ungarischen Königshaus geboren wurde.
Aber das eigentliche Ziel der Wanderung heute ist die Thermalquelle Liptovsky Jan-Kada. Die steuern wir jetzt an, sie liegt am Ende der Ortschaft. Ein Haufen Leute liegt hier auf der Wiese rund um die Quelle, eine Art Teich und daran sich anschließend ein Felsenloch, die eigentliche Thermalquelle. Das schwefelhaltige Mineralwasser kommt hier mit leichten Überdruck und geschätzt 30°C nach oben. Die Leute und wir auch warten im Teich, dass es sobald Platz wird, in das Quellloch steigen können. Irgendwann sind auch wir erfolgreich. Im naheliegenden Bach spülen wir uns dann ab.
Nach einer Stunde Quellenaktivität nehmen wir am naheliegenden Bistro ein Bier und eine Kofola und dann wandern wir zurück zu unserem Wohnmobil. Hin und zurück waren das dann doch wieder 10 km.
Und dann hacke ich wieder Holz für den Abend an der Feuerschale. Wieder gibt es Würste am Spieß über dem Feuer gebraten. Im Festzelt im Camp ist eine Feier im Gange. Wir haben die Musik gratis. Später am Abend gesellt sich ein Paar aus den Niederlanden zu uns an die Feuerschale. Wir haben somit angenehme Unterhaltung und Getränkeeinnahme.








16.08.2026, Sonntag, Liptovsky Hradok – Sattel der Niederen Tatra, Certovica, 25km
Heute geht es hinein in die Niedere Tatra. Wir haben alle Zeit, denn heute ist keine Wanderung geplant, sondern nur die Fahrt hoch zum Pass der Niederen Tatra. Von hier haben wir ein, zwei Wanderungen vor, aber erst am Montag und Dienstag. Also lassen wir uns Zeit beim Frühstück. Dann wird gepackt. Das gehackte Holz, welches von gestern übrig ist, verlade ich in die Heckgarage des WoMo. Sicher werden wir auf einem der nächsten Stellplätze wieder Würste über der Feuerschale brutzeln.
Unsere Fahrt führt uns durch Liptovsky Hradok. Hier tanken wir und füllen beim LIDL unsere Vorräte auf. Weiter geht es ein Stück Richtung Poprad und dann biegen wir nach rechts auf die 73 ab, die hoch über die Niedere Tatra nach Banska Bystrica führt. Jetzt geht es immer bergauf in Serpentinen, kein Problem für unseren Drei-Liter-Sechszylinder. Es sind nur 20 km bis zum Sattel Certovica auf dem Kamm der Niederen Tatra.
Wir finden den großen Parkplatz hinter dem Motorest Certovica. Der Parkplatz ist eigentlich für den Winter für die Skifahrer. Von hier gehen einige Skilifte los. Wir haben erst Schwierigkeiten, auf den Parkplatz zu kommen, die Schranke lässt sich nicht öffnen. Ein Kellner aus dem Motorest (Restaurant) hilft uns. Wir werden hier für die nächsten drei Nächte autark stehen. 12 Stunden kosten 5 € Parkgebühr.
Im Restaurant nehmen wir ein spätes Mittagessen zu uns. Wir beraten, was wir weiter in der Niedern Tatra erwandern. Morgen soll es zur Ramza Almhütte gehen und übermorgen, am Dienstag, bis zum Berggipfel Chopok, dem zweithöchsten der Niederen Tatra.
Ansonsten passiert heute nichts mehr, außer Mittagsschlaf und Rumsitzen.











