31.08.2026, Montag, Trencin, Slowakei – Kromeriz, Tschechien, 98 km , 6 km Stadtwanderung, 7 km Fahrradtour in die Stadt
Heute geht es wieder nach Tschechien. Wir sind quasi auf der Rücktour nach Deutschland. So um die 100 km liegen vor uns. Kurz nach 10:00 Uhr nehmen wir noch einen letzten Blick auf die Burg Trencin und fahren los. Doch bevor wir richtig Gas geben können, müssen wir noch Halt am Supermarkt machen. Die Vorräte müssen aufgefüllt werden. Und unser MYTO Mautsender müssen wir an der Frontscheibe anbringen. Beinahe hätten wir das vergessen.
Wir fahren in der Slowakei die Fernstraße 9 nach Nordwesten und überqueren die Grenze zur Tschechischen Republik um 11:30 Uhr. Die nächsten 30 Minuten bis Uherski Brod geht es auf der Fernstraße 50. Hier entscheiden wir uns, von dieser Europastraße abzufahren und über eine kleinere Landstraße dem LKW-Verkehr zu entfliehen. Viel bringt das aber nicht. Es sind zwar keine LKW mehr unterwegs, aber dafür ist die Straße eng und kurvenreich.
12:30 Uhr sind wir am Fluss Morava und folgen dem bis Kromeriz. Moni hat einen kleinen Campingplatz in einem Yachtclubgelände rausgesucht. 13:00 Uhr sind wir da. Das Tor zum Gelände ist geschlossen. Keiner da, denken wir. Die Wiese ist klein, reicht gerade mal für 3 Wohnmobile und grenzt an einen kleinen See. Deshalb wahrscheinlich der Yachtclub. Alles sehr schön, eigentlich idyllisch. Weil das Tor zu ist und weit und breit kein Mensch zu sehen ist, überlegen wir schon weiterzufahren. Aber dann kommt ein alter Mann, der Platzwart, und empfängt uns freundlich. Wir fahren ein, bauen uns auf und gehen dann zum Platzwart bezahlen. Der spricht kein Wort ausländisch und so helfe ich uns mit meinen gelernten Tschechischen Wörtern und Russisch. Und er gibt uns Kartenmaterial von Kromeriz und ein Prospekt. Wir lernen, Kromeriz gehört zum Weltkulturerbe und das müssen wir uns ansehen.
14:00 Uhr sind unsere „Pferde“ gesattelt und wir radeln in das 4 km entfernte Städtchen. Wir fahren auf einem schönen Fahrradweg entlang der Morava. Der nette Platzwart hat uns in der Karte den Weg skizziert und die Stellen angekreuzt, die wir uns anschauen sollen, und so machen wir das.
Als erstes schauen wir uns die Lünetten von Max Svabinsky in einem alten Franziskaner-Kloster an. Das sind Mosaike und die nehmen Bezug auf die tschechische Geschichte. Wir haben es gesehen, aber so beeindruckt waren wir doch nicht.
Weiter geht es vorbei an der Kirche Panny Mary zum Velke Namestie. Ein viereckiger Platz mit Kolonnaden rundherum. In der Mitte ein christliches Denkmal, wie üblich auf solchen tschechischen Plätzen. Und hier gibt es ein Straßencafé. Es ist Zeit, sich auszuruhen, für Moni gibt es Aperol Spritz und für mich ein kleines Bier.
Wir spazieren weiter zum Schloss. Es ist das Erzbischöfliche Schloss. Das Schloss ist ein riesiger, ausgedehnter Komplex. Es beherbergt Bibliotheken, eine Gemäldegalerie und 40 Zimmer und Säle. Leider können wir nicht hinein, es ist Montag und Ruhetag. Macht nichts, es ist auch von außen imposant.
Im Schloss residierte einst der Bischof Karl II. von Liechtenstein-Castelcorn. Der hat sich verdient gemacht mit der Entwicklung der Stadt im 17. Jahrhundert. Es entstanden riesige Parkanlagen, die wir heute und morgen Vormittag besuchen. Interessant ist auch, dass im Revolutionsjahr 1848 die Tagungen des Reichstages der Habsburger Monarchie von Wien hierher nach Kromeriz verlegt worden sind.
Wir wandern weiter in den Schlossgarten und von dort durch das Mühlentor, das letzte erhaltene Stadttor, zurück zu unseren Fahrrädern. Da kommen wir noch vorbei an dem Gymnasium Archiepiscopale und der Kirche der Heiligen Jana.
Wir radeln mit unseren Fahrrädern wieder zurück zum Camp. Wir gehen baden im See und danach gibt es leckeres Steak vom Bordgrill.















01.09.2026, Dienstag, Kromeriz – Jicin – Burg Trozky, 265 km
Gestern konnten wir den Blumengarten nicht besuchen, welcher auch zum Schloßkomplex gehört. Es war ja Ruhetag für die Museen. Das holen wir heute nach. Wir fahren gleich mit dem Wohnmobil hin, weil wir ja dann weiterwollen. Und das ist wieder die Herausforderung. Parkplätze gibt es nur für PKW. Aber nach einigen Suchen haben wir Glück am Straßenrand. Und der Parkplatz ist sogar kostenlos, dafür müssen wir aber ein Stück laufen bis zum Eingang des Rosengartens.
Und unsere Entscheidung war richtig. Der Garten ist eine riesige Parkanlage und wunderschön. Wir hätten richtig was verpasst, wenn wir den nicht besucht hätten. Wunderschöne Blumen eingebettet in niedrigen Buchsbaumhecken. Der Blumengarten besteht aus zwei Hauptbereichen, dem Alpinum und dem Obstgarten. Die vor der Kolonnade im Alpinum befindlichen Beete werden jedes Jahr mit 20.000 Sommerblumen bepflanzt, die hier in eigenen Gewächshäusern gezüchtet werden. Wir schauen uns das von oben an, von der begehbaren Kolonnade. Einfach ein toller Anblick. Da steckt viel Arbeit, Fleiß und Liebe drin! Zwischen den grünen Labyrinthen und Blumenbeeten sprudeln Springbrunnen. Und im Zentrum steht die Rotunde, ein kuppelartiger Bau, sehr italienisch. Na der Architekt war auch Italiener. Die Deckenbemalung drin ist wunderschön. Und von der Decke hängt ein Foucaultsches Pendel. Leicht schwingt das Pendel aus – die Erde dreht sich doch!
Gegen Mittag beenden wir den Besuch im Blumengarten und verlassen Kromeriz. Es hat sich gelohnt.
Moni hat vorgeschlagen, heute mal weiter zu fahren. Wir müssen erst mal in die Nähe von Prag. Da bietet sich Jicin an. In der Nähe gibt es die Burgruine Trozky und die Prachovske Skaly, Prachoer Felsen. Da waren wir mit unseren Kindern schon mal vor mehr als 30 Jahren.
Wir fahren Autobahnen, fast alle neu gebaut oder noch im Bau. Das tschechische Autobahnnetz entwickelt sich. Und jetzt müssen wir auch immer Maut zahlen. Aber das geht von unserer MYTO Box automatisch. Irgendwann vor Jicin kommt die gelbe Warnlampe der Maut Box. Wir müssen Geld nachladen. Wie geht das und wo? Es kommt zum Disput zwischen dem Fahrer und dem Beifahrer. Alle an Bord sind überqualifiziert und das macht die Sache nicht einfacher. Na, am Ende haben wir es gelöst. An einer Orlen Tankstelle kurz vor Jicin an der Autobahn gibt es einen MYTO Service.
Jetzt sind wir erleichtert bei der Weiterfahrt die letzten 20 km bis zum Svitacka Camping. Es geht eine schmale Straße hoch bis nahe an die Burg Trozky ran. Ein hübscher kleiner Campingplatz mit zahllosen Feuerstellen auf einer Wiese, mitten im Laubwald. Wir bauen uns auf.
Heute machen wir nichts mehr. 260 km Fahrt war so ziemlich das längste Stück am Stück in Tschechien und der Slowakei. Moni kocht lecker Spaghetti, das zweite Mal in reichlich 5 Wochen. Ich hacke Holz für das Lagerfeuer.
Und es wird immer zeitiger dunkel und auch kühler am Abend. Da kommt ein Lagerfeuer gerade richtig.












02.09.2026, Mittwoch, Trotzky, Wanderung um die Burg herum, 9 km
Als wir aufstehen ist es kühl, im WoMo und draußen auch. Moni schaltet erst mal die Fußbodenheizung und die Truma Gasheizung an. Da bleiben wir gerne noch ein bisschen auf der Matte. Ja, wir lassen es wie fast immer langsam angehen. Keine Hast, das wäre nicht gut für uns Rentner. Viel haben wir ohnehin nicht vor. Die Wanderung zur und um die Burg Trozky wird etwa 2–3 Stunden dauern.
Gegen 11:00 Uhr marschieren wir los. Der Blaue Weg zur Burg beginnt direkt an unserem Campingplatz. Inzwischen ist es schon warm, die Sonne lacht. Es geht bergauf auf alten Schotterwegen. Vor uns haben wir immer die Burg im Blick. Wir rechnen noch mal nach, ja, es muss 1996 gewesen sein, als wir hier waren. 30 Jahre ist es her, unsere Kinder waren noch klein. Damals wurde auf der Burg viel gebaut. Die Ruine wurde damals gesichert und vor dem Weiterverfall bewahrt.
Wir kommen an der Burg an. Es war ein steiler Aufstieg und wir sind wieder ganz schön ins Schwitzen gekommen. Aber es lohnt sich. Wir löhnen den Eintritt für Senioren und dann steigen wir im Inneren der Ruine den einen Turm hoch. Von oben haben wir einen herrlichen Blick bis zum Isergebirge und dem Riesengebirge. Wir sehen den Jested, Jeschken. Da waren wir früher oft, zum Ski fahren und wandern. Hatten ja vor 40 Jahren noch in Zittau gewohnt und da war das gleich über die Grenze.
Die Burg steht auf zwei Basaltfelsen. Das waren mal Vulkane und deren verbliebenen, erkalteten Schlote. Die Burg befindet sich auf 514 m.ü.M. Zwei Türme sind es, die Baba, altes Weib, 47 Meter hoch und die Panna, Jungfrau, 57 Meter hoch. Die Burg wurde 1396 als Besitz eines Vinzenz von Wartenberg erstmals erwähnt. Der hatte sich mit dem Burgenbau stark verschuldet und die Burg ging dann über an seinen Gläubiger, König Wenzel IV. von Böhmen. Und dann kamen ständig Besitzwechsel. Dann war sie in den Besitz von Raubrittern gekommen und der Lausitzer Städtebund hat sie 1444 wieder zurückerobert. Und dann kamen wieder Besitzerwechsel. 1618 war dann Wallenstein an die Burg gekommen. Dann kamen im Dreißigjährigen Krieg gar die Schweden und eroberten die Burg. Die Kaiserliche Armee der Habsburger eroberte dann die Burg zurück und setzte sie in Brand, damit sie keiner mehr nutzen konnte. Seitdem verwitterte die Burg und übrig ist nur die imposante Burgruine.
Wir wandern weiter auf dem erst blauen Weg und dann auf dem roten. Es geht jetzt immer abwärts, bis zu einem kleinen See, dem Vidlak. Ist wohl eine Art Stausee. Hier befindet sich eine Gaststätte, welche zu unserem Bedauern geschlossen hat. Eigentlich hätten wir was zwischen die Zähne gebraucht. Es ist 13:00 Uhr, Mittagszeit.
Wir wandern jetzt auf der kleinen Nebenstraße, vorbei an einem weiteren See, Krcak, der fast vollständig mit Entengrütze bedeckt ist. Auf dem See, der von der uns abgewandten Seite von hohen Sandsteinfelsen begrenzt ist, bewegt sich eine Schwanenfamilie, die Eltern in Weiß und die fünf jungen Schwäne in Grau. Die Straße steigt jetzt wieder an. Wir müssen hoch bis zum Ort Ujezd pod Trozkami. Am Ortseingang, auf der rechten Seite, sehen wir in einem Gehöft einen Puch von der Schweizer Armee. Genau so einen hatte ich bis Januar. Ich unterhalte mich mit dem Besitzer. Seiner ist Baujahr 1992, meiner war Baujahr 1996. Wir fachsimpeln, er spricht fließend Deutsch, hat seit 1982 in Deutschland gelebt und ist nun im Rentenalter wieder nach Tschechien zurückgekehrt.
Im Ort finden wir eine Restaurace. Wir essen zu Mittag, wenn auch spät. Wir bezahlen für zwei Essen, ein Bier, ein Glas Wein und ein Mineralwasser umgerechnet 21 €!
Und nun sind es nur noch zehn Minuten bis zu unserem Camp. Und hier machen wir erst mal einen verspäteten Mittagsschlaf. Die neun Kilometer haben uns geschafft.
Und wie soll es anders sein, den Abend beenden wir mit Lagerfeuer. Aber dann kommt das Gewitter. Und wir gehen nun endgültig schlafen.








03.09.2026, Donnerstag, Trotzky – Prachovske Skaly, Prachoer Berge, 16 km
Heute ziehen wir nur ein paar Kilometer weiter. Nachdem wir die Burg Trozky und deren Umgebung abgewandert sind wollen wir in die Prachoer Berge. Das ist so etwas wie das Elbsandsteingebirge oder das Zittauer Gebirge.
Wir fahren 10:00 Uhr ab in das Camp Jinolice. Es liegt an einem See, der sich Oborsky Rybnik nennt und ist nur 10…12 Kilometer oder 15 Minuten Fahrt von Taboriste Svitacka entfernt.
Wir verlängern unsere Fahrt durch zwei Stopps an COOP Läden. Moni kauft gerne ein.
Angekommen auf unserem Campingplatz für die nächste zwei Nächte stellt Moni fest, das wir genau hier, auf dieser Wiese, vor 30 Jahren gezeltet haben. Damals brach am Abend ein Gewitter herein und wir haben unsere Kinder im Mercedes Kombi hinten schlafen lassen, während wir den Fluten im Zelt ausgesetzt waren. Auch heute, als wir hier ankommen ist die Wiese nass vom Regen am Vorabend.
Wir sind fast alleine auf der Wiese des Zeltplatzes, nur ein Camper aus Lauf in Bayern steht nicht weit von uns entfernt. Die Saison ist zu Ende, die Schulferien in Tschechien wohl auch. Alles tote Hose.
Wir haben freien Blick auf den See, der uns zum Baden einlädt.
Ich beschließe heute gar nichts zu machen, na wenigstens einen Mittagsschlaf. Moni geht die Gegend erkunden.
Am Abend machen wir wieder Lagerfeuer und braten Würste, Spekatchki, am Spieß darüber.
Morgen werden wir durch die Felsen der Prachoer Berge wandern.


04.09.2026, Freitag, Prachovske Skaly, Prachoer Berge, 9 km gewandert
Was ist los? Wir haben sehr lange geschlafen, bis 9:30 Uhr. Das scheint am Wetter zu liegen. Draußen regnet es, nicht doll aber kontinuierlich. Da bleiben wir noch eine Weile im Bett und studieren die Nachrichten im Internet.
Gegen 11:00 Uhr ist der regen dann vorbei und wir haben gefrühstückt. Wir sind fertig zum Wandern in zwischen den Sandsteinfelsen der Prachoer Berge.
Es geht direkt hinter unserem Campingplatz los. Ca 15 Minuten laufen wir, dann kommt der Eingang zum Naturschutzgebiet. Hier müssen wir löhnen. Es kostet 300 KCS Eintritt für Senioren. Wir verstehen das, die Wege müssen erhalten werden. Geländer und Treppen müssen gebaut werden.
Erst mal sind nur wenige Leute unterwegs, aber das ändert sich im Laufe unserer Wanderung.
Unser Weg geht steil aufwärts und dann geht er immer durch und zwischen den Felsen entlang. Es sieht aus wie im Elbsandsteingebirge und im Zittauer Gebirge. Die Felssäulen haben alle einen Namen. Auf mehrere dieser Türme kommen wir hoch und haben eine tolle Aussicht. Wir sehen die Burg Trozky und den Jeschken nahe Liberec.
Mittag haben wir die Hälfte des Weges geschafft. Wir sind runter gestiegen bis Dolny Pokladna. da gibt es eine Chata mit Restaurace. Wir essen Knödel und Rinderbraten und es gibt ein kleines Bier dazu.
Der Weg zurück geht wieder durch die Felsen. Ein Teil wird als Felsenstadt bezeichnet. Wunderschön anzusehen.
15:00 Uhr sind wir zurück im Camp. Während wir gestern fast alleine auf der großen Wiese standen ist inzwischen Wochenendbetrieb. Es stehen jetzt mehrereCamper und Zelte.
Wir gehen im Zelt baden und bereiten das Feuer für den Abend vor. Immerhin braucht man für das Feuer Holz und das muß aus dem Wald herbeigeschafft werden.
Und am Abend gibt es wieder Spekatchki am Spies über dem Feuer gebraten.
Morgen geht es über Jungbunzlau, Mlada Boleslav, nach Prag













05.09.2026, Sonnabend, Prachovske Skaly – Prag, 106 km
Heute haben wir uns mal wieder vom Wecker wecken lassen. Das ist schon selten, aber wir wollen zeitig weg, um auf dem Weg nach Prag noch das Skoda Museum in Jungbunzlau / Mlada Boleslav besuchen zu können.
Tatsächlich sind wir schon 9:30 Uhr auf Tour. Bis Mlada Boleslav ist es nur ein Katzensprung, eine halbe Stunde Fahrt und wir sind da. Und wir finden auch gleich das Museum und einen für uns geeigneten Parkplatz. Es ist noch nicht viel Betrieb am Sonnabend Morgen. Das Museum befindet sich direkt neben den Skoda Fabrikgelände. Es ist ein teilweiser Neubau, angeschlossen an eine alte renovierte Fabrikhalle. Die dem Museum ein Denkmal, welches an die Gründer der Fabrik erinnert: Laurin & Klement.
Wir bezahlen unseren Eintritt für Senioren, nur 75 KCS, 6 € – da macht Museum Spaß, und wir beginnen unsere Tour durch die Automobilhistorie von Skoda.
Im Jahre 1895 begannen Václav Laurin und Václav Klement die Prodktion von Fahrrädern in Jungbunzlau. Einige Jahre später produzierten sie dann auch Motorräder. 1905 wurde dann das erste Auto produziert, die Voiturette A. 1925 wurde dann das Unternehmen mit den Skodawerken in Pilsen fusioniert.
Der Autoproduzent Skoda hat heute mit 19.000 Beschäftigten 3 Werke in Mlada Boleslav, Kvasini und Vrchlabi. Hoffen wir, dass bei aller VW Krise das Werk und die Marke Skoda noch lange besteht. Aber immerhin haben die Tschechen ja eine Chance. Der Schrauber bei Skoda wird sicher keinen so hohen Stundenlohn haben wie in Deutschland und Tschechien hat sicher auch niedrigere Energiepreise. Womöglich haben die auch keinen erpresserischen Betriebsrat und unmögliche Lohnforderungen der Gewerkschaft. Vielleicht gehen die SPD Kasper mal zum Studium dahin und erklären dann den Merz wie man die deutsche Autoindustrie rettet. Na die Hoffnung stirbt zuletzt!
Also schauen wir uns das Museum an. Es zeigt einen Querschnitt aller Modelle seit der Gründung des Unternehmens. Viel Wert in der Ausstellung ist auf die Rennerfolge des Skodateams gelegt. Beeindruckend der Geschwindigkeitsrekord der mit einem Tourenwagen in Utah/USA erreicht wurde 340km/h. Wahnsinn! Beeindruckend auch die Serienmotoren von Skoda. Der letzte aktuelle wurde 6 Mio mal produziert und in Skoda, VW und Seat verbaut. Die Vorgängermaschine dagegen erinnert mich an den Skoda S100 meines Vaters. Den Skoda S100 selbst finden wir in der Ausstellung nicht, nur die Coupe Version und das Vorgängemodell MB100.
Bemerkenswert an der Ausstellung auch, dass nicht die Elektromobilität als Nonplusultra suggeriert wird. Nein es wird nur ein Model eines SUV gezeigt. Die Ausstellung ist vielmehr eine Ode an den Verbrenner. Auch hier vielleicht ein Hinweis an die Deutschen wie die Automobilindustrie erhalten werden kann.
Wir beenden unsere Skoda Tour im Café des Museums.
Dann fahren wir weiter nach Prag. Die ganze Strecke heute ist Autobahnfahrt. Wir sind schnell da, schon 12:40 checken wir im PragueCamp direkt an der Moldau ein. Das Camp liegt direkt gegenüber dem Vysehrad. Das ist gut, denn wir haben am Abend eine Verabredung mit meiner früheren Mitarbeiterin in Prag.
Also bauen wir uns erst mal auf und trinken einen Anleger. Dann marschieren wir los. Von der Nordspitze der Moldauhalbinsel geht eine Fähre. Da wandern wir hin und setzen kostenfrei zum Ostufer der Moldau über. In Prag fahren Senioren ab 65 Jahren Ticketfrei auf allen öffentlichen Verkehrsmitteln. Auch hier was zum Nachmachen in Deutschland!
Wir wandern hoch auf den Vysehrad, die hohe Burg. Und der Weg ist wirklich hoch und steil. Viele Leute sind unterwegs, es ist Sonnabend. Oben angekommen ist das erste Highlight die Riesige Basilika der Heiligen Petr und Pavl. Eine tolle Kirche. Das letzte Mal wurde sie restauriert um die Jahrhundertwende 18/19. Da kam ein wenig Jugendstil in die Bemalung, wunderschön und sehenswert. Ich hatte mein Büro 3…4 Jahre in Prag, aber nie war ich auf dem Vysehrad. Na diesmal ist es endlich geworden. Wir wandern auf der Burgmauer herum und haben Aussicht auf alle Teile der Stadt. Schön die Rotunda, eine kleine runde Basilika. die erinnert so ein bischen an Georgien.
Viel Zeit, fast eine Stunde, verbringen wir auf dem Friedhof, dem Vysehrader Friedhof. Der ist wirklich interessant. Auch Bedrich Smetana ruht hier. Generell haben wir den Eindruck, dass alle hier Bestatteten Akademiker waren, Ing, JuDR, PhD, MD, Prof…. Keiner ohne Titel. Vielleicht haben die auch noch Platz und Interesse an uns bemerke ich zu Moni. Sie erinnert mich, dass ich Seebestattung wollte.
Nach einer Pause bei Aperol Spritz wandern wir noch durch zwei Burgtore und steigen dann ab in die Stadt nach Prag und überbrücken die Zeit bis zu unserer Verabredung in einem kleinen Straßencafé.
18:30 Uhr kommt das Wiedersehen mit Petra, meiner Mitarbeiterin in Prag 2007 bis 2011. Wir treffen uns im Restaurant Hostinec na Vytoni, eines der ältesten Restaurants in Prag. Was für eine Freude, hatten wir uns doch bestimmt 15 Jahre nicht mehr gesehen. Wir haben eine angeregte Unterhaltung über die gegenseitige Entwicklung, die Kinder, und unsere Arbeit in der Vergangenheit bei Areva, Alstom und dem Ende bei GE.


















06.09.2026, Sonntag, Prag, 9 km Wanderung durch die Stadt
Heute ist Stadtrundgang angesagt. Gegen 11:00 Uhr erst kommen wir los. Wir laufen zum Nordende unserer Insel, Cisarska Louka. Von hier nehmen wir wieder die kleine Personenfähre zum Ostufer der Moldau. Hier haben wir Anschluß an die Straßenbahn. Googl Maps weist uns die Straßenbahnlinie 17. Es sind nur 4 Stationen, dann sind wir auf Höhe Karlsbrücke.
Von hier nehmen wir den Weg in die Stadt nach Prag 1. Stare Mesto ist unser Ziel.
Massenweise Menschen wälzen sich hier in alle Richtungen. Es ist 12:00 Uhr, als wir vor dem Rathausturm stehen. Gutes Timing, gerade kommen die Figuren an der Uhr heraus. Massenweise Menschen davor, alle mit gezücktem Smartphone. Es entstehen sinnlose Filme und Aufnahmen die die meisten Leute nie wieder ansehen aber damit die Clouds füttern. Wir schauen uns das kurz an und drängeln uns durch die Menschen zum nächstbesten Straßenrestaurant. Wir mehr- erst mal ein Mittagsgetränk und relaxen. Für uns gibt es heute keine ehrgeizigen Ziele hier in Prag. Wir waren so oft hier und ganz besonders als ich Büro und Wohnung in Prag hatte, vor 19 Jahren. Wir entscheiden uns heute die Ostseite der alten Stadt abzuwandern und wollen zur Burg auf der Westseite erst morgen.
Also weiter gehts Richtung Wenzelsplatz. Zwischendurch versuchen wir das Hotel zu finden in dem ich dienstlich immer abgestiegen war, als ich noch keine Wohnung hier hatte und auch danach. Central Hotel von der K und K Hotelkette. Und wir finden es. Die kleine Kneipe daneben, es war eine richtige Pivnice ist leider zu. Schade, hätte mich gerne nochmal reingesetzt und an die guten alten Zeiten gedacht.
Irgendwann sind wir dann am Wenzelsplatz. Auch hier suchen wir nach Erinnerungen. Mit unserem Sohn und seiner damaligen Freundin Jessica waren wir mal hier in einem Restaurant. Auch das finden wir und wir essen da zu Mittag. Dann wandern wir weiter hoch zum Nationalmuseum. Auf dem Wenzelsplatz wird gearbeitet, auch am Sonntag. Die erneuern das Pflaster.
Weiter treibt es uns zum Opernhaus, dem Deutschen Theater, links vom Nationalmuseum. Auf dem Weg dahin kommen wir an einer Gedenktafel für Alexander Dubcek vorbei. Dubcek als Vorsitzender der Komunistischen Partei der CSSR spielte damals die Treiberrolle beim Prager Frühling 1968. Aber der Prager Frühling ging schief und er wurde aus dem Amt verbannt. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs tauchte er wieder auf und sollte eigentlich Präsident der CSFR werden, aber das wurde Václav Havel, während Dubcek Parlamentspresident wurde. Das ging aber nur bis 1992, dann zerviel die Tschecoslovakische Föderation in zwei separate souveräne Staaten, die Tschechische Republik und die Slowakische Republik.
Zurück zum Opernhaus, hier waren wir früher viele Male zu Opernaufführungen. Sind damals auch mal schnell mit dem Auto aus Großenhain zum Opernabend hierher gefahren. Eigentlich hätten wir auch heute Tickets bekommen, aber wir haben keine Opernlust.
Vom Opernhaus auch sehen wir den Hauptbahnhof Prag an der Wilson Straße. Als Studenten sind wir über diesen Bahnhof mit internationalem Studentenausweis verbilligt nach Bulgarien, Rumänien und Ungarn gefahren, haben aber auch einige Male in Prag einen Stop eingelegt.
Zurück Richtung Karlsbrücke wandern wir im Zickzack durch die Prager Altstadtgassen. Es war sehr schön in der Altstadt aber auch anstrengend. Gegen 17:00 Uhr sind wir an der Karlsbrücke und sitzen kurz danach wieder in der Straßenbahn. Und dann geht es wieder mit der Fähre über die Moldau.
Zurück im Camp schauen wir dann im ZDF den Wahlverlauf in Sachsen-Anhalt. Das ist abendfüllend und spannend.

















